Gloria Polo - Teil 2


Fortsetzung von Teil 1

Ich begann mir viel auf mich selbst einzubilden – EINBILDUNG ist eine sehr gefährliche Strecke auf dem Weg des Lebens! Mein EGO wuchs ins Gigantische! Ich war nicht einmal zur geringsten Geste der Liebe, schon gar nicht der Dankbarkeit gegenüber dem HERRN fähig! Dankbar sein! Nie und nimmer!

Warum denn auch! Ich hatte ja alles alleine geschafft! Ich hatte mich zu „JEMANDEN“ gemacht. ICH alleine hatte alles erreicht, von dem ich geträumt hatte. Ich war komplett blind, konnte mich nicht mehr an mein Flehen erinnern! Es war mir nicht möglich zu sagen: „HERR, danke für diesen weiteren Tag, den DU mir schenkst! Ich danke DIR für meine Gesundheit! Ich danke DIR für das Leben und die Gesundheit meiner Kinder; ich danke DIR, dass wir ein Dach über dem Kopf haben; hilf doch auch den armen Menschen, die obdachlos sind und nicht wissen, von was sie sich heute ernähren werden!

Gib ihnen doch wenigstens etwas zu essen; lass sie nicht allein; steh ihnen bei!“ – NICHTS von all dem konnte ich sagen. Ich war nicht fähig dazu. Ich dachte auch nicht daran. Ich war ganz in mein ICH eingetaucht. Und ICH war MIR selbst genug.

Und so war ich das undankbarste Wesen, das man sich vorstellen kann. Und noch dazu, dass ich zu keiner Dankbarkeit fähig war, verschmähte ich den HERRGOTT sogar und gab IHN der Lächerlichkeit preis.

Esoterik - Reinkarnation

Ich glaubte viel mehr als an IHN an Merkur, Venus und die anderen Gestirne. Glücksbringer waren mir wichtiger als der HERR. Ich war geblendet von der Astrologie und der Sterndeuterei und erzählte überall herum, wie die Sterne mein Leben beeinflusst und positiv gestaltet haben. Die Astrologie ist einer dieser kleinen Risse in unserem Seelenleben, denen wir keine Bedeutung zumessen. Und wenn wir dann merken, wie sehr wir in diese Tricks, die ihren Ursprung auch im Dämonischen haben, verstrickt sind, dann ist es meist schon zu spät, um davon noch loszukommen.

Ich habe dann angefangen jeder Mode-Strömung des Zeitgeistes nachzulaufen. Alle Lehren – auch wenn sie aus noch so kranken Gehirnen entsprungen waren – waren für mich interessanter als die Froh-Botschaft des HERRN. Es war alles mehr „IN“ als die Heiligen Schriften und die Jahrhunderte alte Lehre der Katholischen Kirche.

Ich begann deshalb auch daran zu glauben, dass man einfach stirbt und dann von neuem wieder beginnt, ein anderes Leben zu haben. Die Wiedergeburt, die Reinkarnation war mir eine willkommene Lehre, um mein glauben- und seelenloses Leben auszufüllen. Dankbarkeit gegen über meinem SCHÖPFER war mir fremd. Ich habe einfach gar nie daran gedacht. GNADE war etwas, das ich aus meinem Wortschatz gestrichen hatte – es wurde ein FREMDWORT für mich, dessen Bedeutung ich komplett vergessen hatte und für meine Lebenseinstellung auch nicht mehr brauchte.

Schon gar nicht war ich mir bewusst, dass der HERR auch für mich einen hohen Preis gezahlt hatte, dass auch ich um den Preis SEINES Kostbaren Blutes von IHM zurückgekauft wurde. All dies wurde mir bei dieser Prüfung der ZEHN GEBOTE durch die Worte und Fragen dieser himmlischen Stimme bewusst. Ich sah das Alles nun ganz glasklar.

Die Blindheit war wie weggewischt. Sie prüfen mich und wollen wissen, was ich von den ZEHN GEBOTEN weiß. Und sie halten mir vor, dass ich vorgegeben habe, dass ich mir eingebildet habe, dass ich den GOTT verehre; dass ich den HERRN liebe. Sie schlugen mich mit meinen eigenen Worten. Und was sollte das nun bedeuten… sollte ich einfach zum Teufel, in die Hölle abkommandiert werden?

Als einmal eine nette Frau zu mir in die Ordination kam, um meine Räume mit ihrer Kräutermischung auszuräuchern, ihren Glücks-Essenzen zu besprengen und eine Zeremonie des Unglück-Vertreibens zu veranstalten, habe ich zu ihr gesagt: „Ich glaube an solchen Humbug nicht. Aber machen sie es nur, man kann ja nie wissen. Wenn es nicht schadet, kann es nur noch für etwas gut sein!“

Und so vernebelte sie die Räume mit ihren Zaubersprüchen und versprengte ihre Wässerchen, um damit dem Glück und dem Wohlbefinden in meinen Räumen zum Durchbruch zu verhelfen. So ließ ich es zu, dass selbst diese primitive Zauberei, und dieser meiner Wissenschaftlichkeit widersprechende Aberglaube in meinem Leben schon mehr Bedeutung und Einfluss hatte, als der HERR und SEINE FROHBOTSCHAFT.

Ich hatte in meinen Ordinationsräumen, - in einer Ecke, wo es niemand sehen konnte, und meine Patienten es auch nicht bemerken konnten – ein fleischiges Blatt der „Aloe Vera – Pflanze“ (im Spanischen: „Penca de sáliba“) versteckt, von der mir erzählt wurde, dass damit die schlechten Energien aus den Räumen vertrieben werden.

Gebt Ihr Euch nun Rechenschaft, auf welchen Ab- und Irrwegen ich mich befand! Habt Ihr das Alles mitbekommen, welche LEERE statt der Wahren LEHRE mein Leben ausfüllte. Es ist eine Schande und ich schäme mich heute dafür. Aber leider war dies tatsächlich mein damaliges Leben!

Und so fahren sie fort, mein Leben auf Basis der 10 Gebote GOTTES zu analysieren. Dabei zeigen sie auch ganz genau auf, wie ich mich gegenüber meinem Nächsten benommen habe. Wie oft habe ich doch dem HERRN zugerufen, dass ich IHN liebe und gern habe, bevor ich mich von IHM, Meinem HERRGOTT, abgewendet habe. Bevor ich begonnen habe, auf den Irrwegen des Atheismus herumzuirren und falschen Lehren zu folgen, habe ich oft zum HERRN gesagt: „Mein HERR und mein GOTT, ich liebe DICH!“

Ich und mein Nächster

Aber mit derselben Zunge, mit der ich den HERRN so gelobt und gepriesen habe, mit dieser gleichen Zunge und demselben Mund habe ich der ganzen Menschheit Prügel vor die Füße geworfen, und sie verteufelt. Alles und jeden habe ich nur kritisiert. Nichts hat mir gepasst. Auf die ganze Welt habe ich mit meinem Finger gezeigt und Schuld zugewiesen, Nur auf mich habe ich nicht gezeigt, ich war ausgenommen aus meinen Beschuldigungen! Ich war ja die „heilige Gloria“, die „Gute“, die „Liebe“ und die „Schöne“.

Und wie ich mich dabei noch aufplusterte, wenn ich sagte, dass ich GOTT liebe; und dabei war ich neidisch, unausstehlich und in keinster Weise dankbar!

In keinem Moment habe ich meinen Eltern und meiner Familie eine Anerkennung oder Dankbarkeit bekundet, für all Mühen, die Opfer und die Liebe, die sie alle dafür aufgebracht hatten, um mir eine gute Berufsausbildung zukommen zu lassen, um mich gesellschaftlich aufsteigen zu sehen, um mich zu fördern.

Aber dazu kommt noch, dass ich, sobald meine Ausbildung abgeschlossen war, sobald ich meine Karriereleiter erklommen hatte, da waren meine Eltern und meine Familie nicht mehr wichtig für mich. Sogar sie, die mich mit allen ihren möglichen Mitteln immer unterstützt hatten, wurden für mich zu einer nicht erwähnenswerten Nebensache. Ja, es kam sogar so weit, dass ich mich meiner Mutter schämte. Ich schämte mich ihrer, weil sie aus so einfachen Verhältnissen war und unter so ärmlichen Umständen ihr Leben fristete.

Ich und meine Familie

Und nach diesen Resultaten über meinen egoistischen Lebens-Stil zeigen sie mir bei dieser Prüfung nach den 10 Geboten GOTTES noch, wie ich auch als Ehefrau versagt und mich total daneben benommen habe.

Weit entfernt von den Erwartungen, die GOTT einem christlichen Ehepartner zutraut.

Was war ich für eine EHEFRAU? Wie war ich? Den ganzen Tag habe ich nur gemeckert, schon ab dem Moment, als ich mich vom Bett erhoben habe. Mein lieber Mann begrüßte mich freundlich mit den Worten: „Guten Morgen!“ Und was sagte ich drauf: „Wie soll das ein guter Morgen sein? Schau doch beim Fenster hinaus! Es regnet ja schon wieder!“ Ich wusste einfach immer etwas auszusetzen und zu kritisieren, war schlecht gelaunt.

Niemand konnte mir etwas recht machen. Überall fand ich einen Haken an der Sache und begann mich sofort darüber aufzuregen. Nicht nur gegenüber meinem Mann, auch meinen Kindern gegenüber verhielt ich mich in derselben unerträglichen und auch ungerechten Art und Weise.

In dieser jenseitigen Prüfung zeigten sie mir auch, dass ich nie, niemals ein aufrichtiges Gefühl der LIEBE oder des echten Mitleids gegenüber meinen Mitmenschen, gegenüber meinen Brüdern und Schwestern von außerhalb der Familie hatte. Und der HERR sagte zu mir: „Du hast einfach nie an sie gedacht!“ Und ich sah die unzähligen Kranken und Einsamen, und begann zu jammern:

„O HERR, wie arm sind sie doch, wie verlassen, diese kranken Menschen. Niemand kümmert sich um sie! Gewähre mir doch die Gnade, zu ihnen zu gehen und sie zu besuchen, sie zu trösten und ihnen ihre Einsamkeit zu vertreiben, indem ich bei ihnen bleibe. Auch diese vielen Kinder, die keine Mutter mehr haben, die oft so kleinen Waisenkinder, o HERR, welche Leiden haben sie schon in ganz jungen Jahren zu erdulden.“

Und je mehr ich sah und je weiter diese Prüfung fortschritt, desto deutlicher sah ich mein „versteinertes Herz“ vor mir. Es war für mich wie ein Monster, das ich jetzt auf einmal in meiner früheren Wesensart feststellen musste. Und alles war so klar und so eindeutig, dass ich mich in keiner Weise – wie sonst immer gewohnt – aus der Affäre ziehen konnte. Auf den Punkt gebracht, und kurz und bündig gesagt und zusammengefasst: In dieser Prüfung auf der Grundlage der ZEHN GEBOTE GOTTES bin ich mit Bomben und Granaten durchgefallen. Auf der Basis meines vergangenen Lebens hatte ich keine Chance zu bestehen.

Es einfach unfassbar schrecklich! Ich hatte in meinem vergangenen Leben in einem riesigen Chaos gelebt. Es gab keine Ordnung mehr, wie sie in der Schöpfung vorgegeben ist. Was nützte es mir, dass ich niemanden ermordet und keinen Menschen getötet hatte? Ich werde Euch noch ein Beispiel erzählen:

Ich habe sehr oft vielen bedürftigen Personen Waren, Lebensmittel, Kleider und vieles andere geschenkt. Aber ich habe es ihnen nie in selbstloser Liebe gegeben, sondern meist um mir Geltung zu verschaffen, um zu zeigen, wie gut ich bin, um bei ihnen Eindruck zu schinden, und um in unserer Schicki-Micki-Gesellschaft ein gutes Bild von mir aufzubauen.

Weil ich nämlich sehr reich war, wollte ich denn Leuten zeigen wie gütig und großherzig ich war. Sie sollten sich über meine Großzügigkeit das Maul zerreißen und mich auch deshalb beneiden und bewundern. Und weil ich eben so reich war, wollte ich mit meinen Geschenken und meiner Großherzigkeit, die Not und Armut der Leute manipulieren und auch noch mir zunutze machen.

Und so sagte ich zum Beispiel: „Schau, da gebe ich Dir dies und jenes (je nach dem, was mir gerade unter die Hände kam oder ich einfach übrig hatte), aber ich bitte Dich dafür, sei doch so nett und gehe statt mir zum Elternabend in die Schule meiner Kinder und vertrete mich dort, denn ich habe leider keine Zeit, um zu diesen Versammlungen in der Schule zu gehen, wo ja immer die persönliche Anwesenheit kontrolliert wird.“ Und auf diese Art und Weise verteilte ich zwar in der ganzen Umgebung eine Unzahl von Sachen, aber jede Gabe war mit irgendwelchen Bedingungen oder Forderungen meinerseits verknüpft. Ich hatte die Leute so an meinem Gängelband. Ich manipulierte sie, und sie waren von mir abhängig. Und obendrein gefiel es mir außerordentlich, wenn ich merkte, dass eine Meute von Leuten hinter mir her lief, und hinter meinem Rücken weiter erzählten, wie großherzig, gütig und heilig ich eben wäre. Ich baute mir so in der Gesellschaft ein eindrucksvolles Bild von mir auf.

Niemand wusste, dass es ein trügerisches Bild war, das nicht der Wirklichkeit entsprach. Und nun war es offensichtlich. Bei dieser meiner Prüfung kam alles heraus. Sie sagten zu mir: „Den einzigen GOTT, den Du verehrt hast, war das Geld. Durch diesen Götzen der Moneten hast Du Dich selbst verdammt!! Wegen diesem Deinem GOTT des Geldes und des Goldes bist Du in den Abgrund gestürzt. Und so hast Du Dich selbst immer weiter vom HERRGOTT entfernt.“

Es stimmte, eine Zeit lang hatten wir sehr viel Geld, aber dann waren wir bankrott. Die Schulden wuchsen uns über den Kopf, wir hatten unwahrscheinlich viele Schulden. Und das Geld ist uns ganz ausgegangen, wir hatten nichts mehr…;

Und als sie mir eben dies alles mit dem Geld vorhielten, schrie ich einfach: „Aber von welchem Geld redet ihr denn da daher; ich habe doch dort auf der Erde einen ganzen Rattenschwanz von Problemen und Schulden hinterlassen“… und mehr konnte ich nicht mehr sagen…

Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren

Als sie mir dann im zweiten Gebot Vorhaltungen machten, sah ich glasklar, wie ich noch als Kind in bedauernswerter Art und Weise lernte, dass die Lügen ein ausgezeichnetes Mittel waren, um den Strafen meiner Mutter zu entgehen, welche manchmal auch sehr streng und hart ausfallen konnten. Und so begann ich meinen Weg in der Gesellschaft des Vaters aller Lügen, des Satans, zu gehen.

Er wurde so mein Weggefährte. Ich wurde eine große Lügnerin. Und ich steigerte mich in dieser „Kunst des Lügens“. Ich wurde immer perfekter. Und in dem Ausmaß, wie meine Sünden immer größer und unappetitlicher wurden, steigerten sich auch meine Lügen und wurden immer größer und unverschämter.

Ich wollte mir anscheinend selbst beweisen, zu welcher Meisterschaft ich es in dieser Disziplin des Lügens bringen konnte. Die Lügen wurden immer gewaltiger und wuchsen mir über den Kopf hinaus – in gleicher Weise wie die Schulden.

Den Gipfel der Sünde des Lügens erreichte ich, als es auch um das Heilige, um das Allerheiligste und um den HERRN selbst ging. Ich hatte bemerkt, dass meine Mama eine große Ehrfurcht vor dem HERRGOTT hatte. Und für Sie war der Name des HERRN etwas Verehrungswürdiges und sehr Heiliges. Das ließ ich mir durch den Kopf gehen und dachte, das ist ja die beste Waffe für mich. So habe ich sie (meine Mutter) ganz in meiner Hand. Und ich begann bei jeder Kleinigkeit und um jede meiner Lügen zu untermauern, bei GOTT zu schwören.

Ich nahm den Namen GOTTES einfach leichtfertig und grundlos in den Mund. Ich sagte zu meiner Mama zum Beispiel: „Mami, bei unseren lieben CHRISTUS schwöre ich Dir…“; oder „Mama, beim Namen GOTT Vaters schwöre ich Dir, versichere ich Dir etc. etc…“, und so entging ich mit den dabei glaubhaft gemachten Lügen den wohl verdienten Strafen meiner Mutter.

Können Sie sich das vorstellen, dass ich für meine Lügereien, für meine kleinen Schweinereien, für diesen Dreckhaufen, in dem ich mich so oft sauwohl fühlte, den Allerheiligsten NAMEN GOTTES missbrauchte, und IHN dadurch auch in den Dreck zog, weil ich eben auch selbst bis zum Hals in diesem Sündenpfuhl und in diesem menschlichen Abschaum steckte.

Und schauen Sie nun, meine lieben Schwestern und Brüder, ich habe durch mein Schicksal und diese Todeserfahrung, über die ich hier gerade berichte, auch gelernt und am eigenen Leib erfahren, dass die Worte und Sätze, die unseren Mund verlassen, und die wir oft so leichtsinnig und unüberlegt von uns geben, nicht einfach vom Winde verweht werden und sich sozusagen auflösen. Nein, sie bleiben oft eine Wirklichkeit, die uns viel später einholt, und wie ein „BUMERANG“ auf einmal wieder zu uns zurück kommt, vielleicht sogar noch besser ausgedrückt, auf uns zurückfällt.

Vielleicht läuft es Ihnen nun kalt über den Rücken, wenn ich Ihnen folgendes berichte. Nicht nur einmal, sondern sehr oft, wenn meine Mutter recht stur war und mir einfach nicht glauben wollte, sagte ich kurzer Hand zu ihr:

„Mama, es soll mich ein Blitz erschlagen, wenn dies eine Lüge von mir ist. Ich sage Dir nur die reine Wahrheit!“

Und diese oftmaligen Sprüche von mir gerieten in Vergessenheit und niemand dachte mehr an sie. Aber nun schaut her, ich stehe nur aus reiner Barmherzigkeit GOTTES vor Ihnen, denn in Wirklichkeit hat mich der Blitz erschlagen, er ist praktisch durch mich hindurch gegangen, hat mich praktisch in zwei Teile gespalten und mich vollkommen verbrannt.

So zeigten sie mir also im Jenseits, wie ich, die ich mich großartig als katholisch ausgab, nie Wort gehalten habe, immer nur wortbrüchig gewesen bin und immer nur den Heiligsten Namen Unseres HERRN und GOTTES missbräuchlich meinen Unehrlichkeiten vorangestellt habe.

Ich war beeindruckt, wie der HERR all diese grauenhaften und entsetzlichen Vorfälle ertragen hat, und wie gleichzeitig alle Geschöpfe sich vor IHM im Zeichen einer eindrucksvollen Anbetung und Verehrung auf den Boden warfen.

Ich sah die Seligste Jungfrau Maria, die Muttergottes, zu Füßen des HERRN in großer Verehrung und Anbetung. Sie betete für mich und flehte IHN an. Und ich, große und niederträchtige Sünderin, war von meinem Sumpfloch aus mit dem HERRN auf Du und Du. Ich, die ich doch angeblich so gut war und einen so guten Leumund hatte, den ich mir ja durch meine Manipulationen erkauft hatte.

Und so sah ich mich, wie ich so oft gegen den HERRN revoltiert hatte, wie ich auf IHN wütend gewesen war, auf IHN geschimpft und IHN auch verflucht hatte. Es war für mich nicht nur beschämend, sondern unerträglich und schmerzhaft, mir dieser Vergangenheit bewusst zu werden und einen klaren Blick darauf zu haben.

Du sollst den Tag des HERRN heiligen

Als – bei meiner Prüfung nach den 10 Geboten – das Gebot der Heiligung des TAGES des HERRN und der Festtage dran kommt, war es ein grauenhafter Augenblick.

Es überkam mich ein kaum zu ertragender Schmerz. Die Stimme sagte mir ganz klar und trocken, dass ich täglich bis zu vier und auch fünf Stunden mit meinem Körper beschäftigt war, mit meinem Äußeren, mit meiner vermeintlichen Schönheit, dabei habe ich täglich nicht einmal 10 (zehn) Minuten dazu aufgewendet, um dem HERRN meine tiefe Zuneigung und meine Dankbarkeit zu bezeugen, oder ein Gebet zu IHM zu sprechen.

Ja, oft war es sogar so, dass ich, wenn ich IHM einen Rosenkranz versprochen hatte, diesen meist in Eile und unter Stress herunter leierte. Dabei kam es auch vor, dass ich sagte: „Das geht sich ja wieder gut aus. Ich kann in den Werbe-Pausen meiner Lieblings-Fernseh-Serie sicherlich gut den Rosenkranz fertig beten.“

Und so zeigten sie mir im Jenseits, wie undankbar ich gegenüber meinem HERRGOTT immer war, nie kam mir in den Sinn, mich bei IHM, meinem Schöpfer und ERLÖSER, zu bedanken. Und sie haben mir auch klar vor Augen gestellt, was ich alles an Ausreden hervorbrachte, wenn es darum ging, dass ich aus reiner Faulheit die Heilige Messe nicht besuchen wollte.

„Aber Mama, wenn doch GOTT überall ist und allgegenwärtig ist, warum soll ich dann unbedingt dort hingehen und IHN in der Kirche aufsuchen.“

Klar, für mich war es sehr einfach und bequem, solche Sprüche von mir zu geben und so zu reden. Und die Stimme wiederholte erneut den Vorwurf, dass ich den HERRGOTT jeden Tag 24 Stunden lang auf mich warten ließ, und ich erinnerte mich die ganze Zeit lang nicht an IHN. Ich betete nicht zu IHM und ging nicht einmal am Sonntag zu IHM hin, um IHM zu danken, wenigstens am Tag des HERRN meiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen und IHM meine Liebe zu IHM zu zeigen. Das war einfach zuviel für mich. Ich war zu stolz und aufgeblasen dazu.

Aber das Schlimmste an diesem, meinem Fall war, dass dieser Kirchenbesuch wie das Restaurant für meine Seele war. Ohne in die Kirche zu gehen verkümmerte, besser gesagt verhungerte meine Seele, weil sie eben keine Nahrung bekam. Ich widmete mich aber nur meinem Körper, um diesen vergänglichen Leib zu pflegen und zu hegen, hatte ich alle Zeit der Welt. Ich wurde zur Sklavin meines Körpers. Und dabei übersah ich gänzlich ein kleines, aber wesentliches Detail.

Ich hatte auch eine Seele, um die ich mich einfach gar nicht kümmerte. Sie war „Vollwaise“. Nie habe ich sie mit dem WORT GOTTES genährt. Denn auch dafür hatte ich einen lockeren Spruch in meinem Repertoire, indem ich hinausposaunte, dass derjenige, der die Bibel regelmäßig liest, über kurz oder lang dem Wahnsinn verfallen würde.

Und mit den Sakramenten hatte ich nichts am Hut. Wie könnte ich nur einem dieser „alten, verkalkten Kerle“, die selbst schlechter und sündiger waren als ich selbst, meine Sünden bekennen.

Denn es kam mir und meinen Schweinereien sehr gelegen, nicht zur Beichte zu gehen. Der große Lügner und Durcheinander-Bringer (dies ist ja die wortwörtliche Bedeutung von „Diabolos“), der Teufel eben, hat mich von der Beichte und den Sakramenten ferngehalten. Und so brachte Satan es auch zustande, meine Heilung und die Reinigung meiner Seele zu verhindern. Es ist nämlich so, dass der Dämon jedes Mal, wenn ich eine Sünde begangen habe, auf die weiße Weste meiner Seele seinen Stempel aufdrückte, ein schwarzes Mal seines Reiches der Finsternis.

Meine Sünden waren also nicht ohne Folgen. Sie waren nicht kostenlos und gratis. Sondern sie hatten schwere Konsequenzen für die Gesundheit meiner Seele. Niemals – außer bei meiner Erstkommunion – habe ich eine gute Beichte abgelegt. Und ab damals ging ich nie mehr zur Beichte. Und nicht selten traf ich auch auf einen der Zeit angepassten Priester, der mir sogar in meiner Einstellung zur Ohrenbeichte recht gab, – und dieses Sakrament als nicht mehr unserer modernen Zeit entsprechend und dem modernen Menschen nicht mehr zumutbar bezeichnete.

Und so kam es auch, dass ich jedes Mal, wenn ich zur Heiligen Kommunion ging, den HERRN JESUS CHRISTUS im Allerheiligsten Sakrament des Altares unwürdig empfangen habe.

Und meine Blasphemie (Gotteslästerung) ging sogar so weit, dass ich stolz und alles wissend überall verkündete:

„Was soll da das Allerheiligste sein? Wie soll denn das gehen, dass der Allmächtige Lebendige GOTT selbst in einem Stückchen Brot, in der Hostie gegenwärtig ist. Diese Priester sollten doch lieber der Hostie etwas Karamellsauce hinzufügen, damit sie wenigstens gut und nicht so fad schmeckt.“

So weit war nun mein Leben aus dem Ruder gelaufen, und dermaßen hatte ich die Schöpfungsordnung verlassen, dass ich fähig war, solche Gotteslästerungen hinauszuposaunen. Und so erreichte ich den tiefsten Punkt, den Abbau und die Zerstörung meiner Beziehung zu GOTT, zu meinem Schöpfer.

Nie habe ich meiner Seele etwas wahrhaft Aufbauendes, eine Nahrung zukommen lassen. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, tat ich nichts anderes als die Priester zu kritisieren und schlecht zu machen. Ihr hättet erleben sollen, wie schwer mir gerade dieser Punkt auf den Kopf gefallen ist, bei meiner Prüfung im Jenseits.

Diese Sünde hat mir der HERR sehr schwer angerechnet. In meiner Familie war es immer schon der Brauch, sich über die Priester das Maul zu zerreißen. Seit ich mich erinnern kann, also seit ich ganz klein war, wurde bei uns zuhause schlecht über die Priester geredet. Angefangen bei meinem Papa sagten einfach alle, dass diese Typen Weiberhelden wären, hinter jedem Kittel her wären und alle zusammen mit mehr Geld und Reichtum gesegnet wären als wir einfachen Leute.

Und all diese Verleumdungen wiederholten wir Kinder von klein auf. Und dazu sagte nun der HERR mit trauriger, aber strenger Stimme zu mir: „Was hast Du denn geglaubt, wer Du bist, um so zu tun, wie wenn Du der HERRGOTT wärst, und eine Urteil über meine Gesalbten abgibst, und sie dabei noch verleumdest und beschimpfst?“

Und ER fuhr fort: „Sie sind Menschen aus Fleisch und Blut. Und was die Heiligkeit eines Priesters betrifft, so wird diese vor allem auch durch die Gemeinschaft der Gläubigen, durch die Menschen der Pfarre genährt. Die Gemeinschaft trägt den GOTTGEWEIHTEN durch ihre Gebete, durch die Wertschätzung und Hochachtung, die sie ihm entgegen bringt, durch die Unterstützung, die die Menschen ihm geben.

Und wenn ein Priester der Sünde verfällt, dann solltet ihr nicht so sehr ihn um den Grund fragen und beschuldigen, sondern vielmehr die Schuld bei der Gemeinschaft suchen, die ihm Hochachtung, Wertschätzung, Unterstützung und Gebet verweigert oder nicht in ausreichendem Maße zugestanden haben.“ Und der HERR zeigte mir dann, wie sich jedes Mal, wenn ich einen Priester kritisiert und schlecht gemacht hatte, die Dämonen auf mich stürzten und wie sich die Teufel an mich schmiegten.

Und darüber hinaus sah ich, welch großes Übel ich angerichtet hatte, wenn ich einen GOTTGEWEIHTEN als homosexuell hinstellte und brandmarkte, und diese Neuigkeit wie ein Lauffeuer durch die ganze Gemeinschaft der Gläubigen ging. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, welchen großen, immensen Schaden ich dadurch angerichtet hatte.

Du sollst Vater und Mutter ehren

Wir kamen nun zum vierten Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren!

Und der HERR führte mir auch in diesem Bereich vor Augen, wie undankbar ich während meines Lebens gegenüber meinen Eltern war. Wie oft und wie arg habe ich gegen sie geschimpft und sie verflucht. Ich habe es ihnen vorgeworfen, dass sie mir nicht all das bieten konnten, was meine Freundinnen bereits bekommen hatten. Und es wurde mir klar, wie sehr ich eine Tochter war, die einfach nichts zu schätzen wusste und für die alles, was meine Eltern mir mit viel Opfer und unter großen Mühen boten, einfach ohne jeden Wert war.

Ja ich verstieg mich sogar soweit in meinem Groll gegen die Eltern, dass ich einfach behauptete, dass diese Frau gar nicht meine Mutter sein könne, weil sie mir einfach zu primitiv und zu wenig vorkam, um meine Mutter sein zu können.

Es war so entsetzlich für mich dieses Resultat von mir selbst zu sehen. Nämlich eine Frau ohne GOTT und wie diese Frau ohne GOTT alles zerstörte und negativ beeinflusste, was nur in ihre Nähe kam; aber das grausamste von all dem war, dass ich mir dabei noch einbildete etwas Besonderes, vor allem auch gut und heilig zu sein.

Der HERRGOTT hat mir auch verdeutlicht, warum ich mir nur einbilden konnte, dass ich bei diesem vierten Gebot sicherlich nichts zu befürchten hätte. Ich war mir nämlich nur deswegen sicher, diese Hürde mit Links zu nehmen, weil ich ja in den letzten Jahren ihres Lebens die Ärzte und Medikamente, die meine Eltern benötigten, finanziert hatte, wenn sie krank waren. Nur wegen dieser ganz simplen Geschichte bildete ich mir ein, dieses vierte (4.) Gebot mehr als genug erfüllt zu haben.

Es passte eben zu meiner Lebensphilosophie, bei der ich eben alle meine Taten nur nach dem Prinzip des Geldes und der Moneten beurteilte und einordnete. Und so war es eben auch mit meinen Eltern. Mit dem Mittel meines Geldes habe ich sie für meine Zwecke und Interessen gefügig gemacht und manipuliert.

Mein Reichtum hat mich für sie, meine Mutter und meinen Vater aus einfachen Verhältnissen, zu einer Art Gottheit erhoben, die sie selbst von meinem Geld geblendet richtig gehend verehrt haben. Und diese durch den Mammon geschaffene Situation erlaubte es mir auch, auf meinen Eltern in frecher Willkür herumzutrampeln. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sehr mich diese klaren Erkenntnisse über mein früheres Leben, die ich durch die Gnade GOTTES haben durfte, weh taten und bis aufs Knochenmark schmerzten. Ich musste mit ansehen, wie mein Vater erfüllt mit großer Traurigkeit weinte und schluchzte über mich und mein Verhalten; denn trotz all seiner Schwächen war er ein guter Vater gewesen.

Er hat mich gelehrt, arbeitsam und strebsam zu sein und ein ehrenwertes Leben zu führen. Denn nur der, welcher eine gute Arbeit macht und sich in seinem Beruf bewährt, wird auch vorwärts kommen und es zu etwas bringen. Aber leider ist ihm bei all seinen Bemühungen, mich gut zu erziehen, ein kleines Detail, das aber etwas ganz Wesentliches ist, entgangen, nämlich dass ich auch eine Seele hatte, die am Verhungern war, und dass er als Vorbild für seine Tochter eine Mission hatte, mir auch die Frohbotschaft und den Glauben vorzuleben.

Und in dieser Hinsicht versagte er ganz und sah einfach gar nicht, wie mein ganzes Leben aufgrund des Fehlens dieses kleinen Details, den Bach hinunterging, und ich immer tiefer im Sumpf steckte.

Es schmerzte mich, wenn ich sah, was für ein Weiberheld mein Vater war. Er fühlte sich glücklich und sehr wohl, wenn er meiner Mutter und allen Leuten erzählen und sich damit prahlen konnte, was für ein „Macho“ (südamerikanischer Ausdruck für Bock, Weiberheld und Haustyrann und dergleichen) er war, weil er gleichzeitig viele Frauen (in seiner Sprache: viele Weiber) hatte und fähig war, alle bei der Stange zu halten und zu befriedigen.

Außerdem trank und rauchte mein Vater übermäßig viel. Auf all diese Laster und schlechten Gewohnheiten war mein Vater nun auch noch stolz, und er bildete sich viel darauf ein; denn er war der irrigen Ansicht, dass es keine Laster, sondern ganz im Gegenteil Tugenden wären, die ihn zu etwas Besonderem machten.

Und so bekam ich auch schon in jungen Jahren mit, wie meine Mutter oft tränenüberströmt zuhause saß, wenn mein Papa wieder einmal mit seinen anderen Frauen und den Abenteuern, die er mit ihnen hatte, zu prahlen begann. Und je öfter ich das erlebte, desto größer wurden die Wut, der Zorn und die Ressentiments, die mich überkamen.

Und nun sehe ich den Ablauf meines früheren Lebens und begreife auf einmal, wie diese unbeherrschten Gefühle und Ressentiments mich langsam in den „spirituellen Tod“ treiben, meine Seele zum Absterben bringen. Mich überkam ein gewaltiger Zorn, wenn ich mit ansehen musste, wie mein Papa meine Mama vor den Augen aller Welt auf das Gemeinste demütigte. Und ich beginne mich dagegen zu wehren, mucke dagegen auf und rede auf meine Mutter ein und versuche, sie zu beeinflussen. Ich spreche zu ihr zum Beispiel so:

„Ich werde nie so sein wie Du, ich werde mir solche Sachen von einem Mann nie gefallen lassen. Wir Frauen haben in unserer Gesellschaft eben keinen Wert und werden deswegen so gedemütigt, weil es Frauen gibt, die so sind wie Du und sich eben alles gefallen lassen. Frauen, die sich willenlos der Willkür des „Machos“ unterwerfen, die keine Würde und keinen Stolz mehr haben, nur mehr eine gebrochene Persönlichkeit sind. Frauen eben, die es den eingebildeten Mannsbildern erlauben, auf ihnen herumzutrampeln und sie wie den letzten Dreck zu behandeln.“

Und zu meinem Vater sagte ich, als ich schon etwas älter war:

„Niemals, glaube mir und schreib Dir’s hinter Deine Ohren, Papa, niemals werde ich es zulassen, dass mich ein Mannsbild so behandelt und demütigt, wie Du es mit meiner Mama immer wieder machst. Wenn es so weit kommt, dass ein Mann mir untreu ist und mich betrügt, werde ich mich an ihm rächen und in der Gosse auf ihm herumtrampeln. Mit mir nicht, mein lieber Papa!“

Daraufhin hat mich mein Vater windelweich geschlagen und mich angeschrien: „Was nimmst Du Dir nur heraus? Was unterstehst Du Dich? Was glaubst Du, wer Du bist, um so mit mir zu reden?“ Ihr könnt auch gar nicht vorstellen, was für ein arger „Macho“ mein Vater war. Und ich konnte meinen Mund nicht halten und antwortete: „Auch wenn Du mich schlägst und mich sogar umbringst, schwöre ich Dir, dass ich mir so etwas nicht bieten lassen werde. Falls es jemals so weit kommt, dass ich mich verheirate und dann erfahre, dass mein Ehemann mir untreu ist, dann werde ich mich an ihm auf schreckliche Art und Weise rächen, damit ihr Mannsbilder endlich begreift, was eine Frau mitmacht, wenn ein Mann sie wie den letzten Dreck behandelt, sie demütigt und auf ihr wie auf einem nassen Fetzen herum trampelt.“

Und in dieser Art und Weise fraß ich all diese Ressentiments, diesen Zorn und diese Wut die ganze Zeit in mich und schüttete meinen Gedanken und mein Hirn damit zu. Ich selbst vergiftete meinen Geist und meinen Charakter. Als ich dann schon selbstständig und erwachsen war, - und natürlich auch schon genügend Geld hatte, - begann ich meine Mutter immer wieder zu beeinflussen, indem ich zu ihr sagte:

„Weißt Du was, Mama? Trenne Dich von Papa, lass Dich von ihm scheiden!“ Und ich verhielt mich so, obwohl ich meinen Vater sehr verehrte und auch mochte. Trotzdem redete ich immer wieder von neuem auf meine Mutter ein uns sagte zu ihr:

„Es kann doch nicht sein, dass Du einen Typen wie meinen Vater einfach so ertragen kannst! Sei Dir doch Deiner Würde als Frau bewusst! Erobere Deine Ehre zurück und zeig ihm doch, dass Du etwas Wertvolles, Besonderes bist, und nicht ein Stück Drecklappen, an dem er sich abputzen kann!“

Diese und ähnliche Phrasen wiederholte ich immer wieder vor meiner Mutter. Können Sie sich das vorstellen? Ich setzte alles dran, um meine Eltern auseinander zu dividieren, um sie zur Scheidung ihrer Ehe zu bewegen. Aber meist sagte meine Mama dann zu mir:

„Nein, meine liebe Tochter, ich werde mich nicht scheiden lassen. Du darfst nicht glauben, dass dieses Verhalten Deines Vaters für mich nicht sehr erniedrigend und schmerzhaft ist. Ich leide sehr darunter – wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst. Aber ich bringe dieses Opfer und halte durch, weil ihr doch da seid – meine sieben Kinder. Ihr seid sieben Kinder und ich bin nur ich allein. So ist es doch besser, dass nur einer drunter zu leiden hat, und nicht sieben Menschen, den Schmerz dann ertragen müssen.

Und schließlich ist Dein Vater doch auch ein guter Papa und ich bringe es einfach nicht über mein Herz, einfach wegzulaufen und Euch ohne Vater aufwachsen zu lassen.

Noch dazu frage ich Dich: Wenn ich mich von Papa trenne, wer wird dann noch dafür beten, dass er sich bekehrt, und so seine Seele gerettet wird. Den Schmerz und die Erniedrigung, die mir Dein Papa zufügt, die vereinige ich mit den unsäglichen Schmerzen unseres HERRN JESUS CHRISTUS am Kreuz. Jeden Tag sage ich zu unserem HERRGOTT: ‚Das, was ich da zu leiden und zu ertragen habe, ist doch gar nichts im Vergleich zu den Schmerzen, die Du am Kreuz für uns gelitten hast.

Damit meine Leiden en Wert bekommen, bitte ich Dich um die Erlaubnis, sie mit Deinem Leiden zu verbinden und zu vereinen, damit so auch meine kleinen Leiden die Kraft bekommen, um von Dir die Gnade zu erhalten, das sich mein Mann und meine Kinder bekehren und so vor der ewigen Verdammnis gerettet werden!’“

Mir war das alles nicht verständlich und ich habe damals über soviel Dummheit nur den Kopf geschüttelt. Es war einfach zu hoch für mich. Es waren Gedanken, die mir vollkommen fremd und meiner Art, zu leben und zu denken, diametral entgegengesetzt waren, und deshalb hatte ich auch keinen Zugang diesen Aussagen meiner Mutter. Und damit Sie es wissen. Nicht nur dass ich dafür kein Verständnis aufbrachte, diese Aussagen meiner Mutter reizten mich nur noch mehr und stachelten meinen Zorn an.

Es führte dazu, dass sich mein ganzes Leben änderte, denn ich wurde richtig rebellisch.

Diese Rebellion zeigte sich als erstes darin, dass ich mich für Frauenrechte und Frauen-Emanzipation einsetze – und zwar nicht nur als normale Mitläuferin – nein, ich kämpfte mich an die vorderste Front im Kampf um Frauenrechte.

Ich begann die Abtreibung zu verteidigen, das Recht der Frau, über ihren Bauch selbst zu bestimmen; die Unabhängigkeit und das Recht als Single oder in einer freien Partnerschaft – mit so genannten Lebens-Abschnitts-Partnern das Leben zu organisieren; die Scheidung als willkommene Lösung von Eheproblemen zu propagieren.

Besonders verteidigte ich auch das „Gesetz des Talion“ (Ley de Talion = [latín: lex talionis] juridischer Grundsatz „Gleiches mit Gleichen zu vergelten“ – „Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn“). Das heißt: Ich gab den Frauen immer den guten Rat, einfach Gleiches mit Gleichem zu vergelten, und eben sich an jedem Mann, der untreu war, auch mit einem Seitensprung – möglichst mit seinem besten Freund - zu rächen.

Obwohl ich persönlich meinem Ehemann nie in meinem Leben körperlich untreu war, so richtete ich durch meine bösartigen Ratschläge bei sehr vielen Menschen sehr großen Schaden an. Leider!


Du sollst nicht töten – Die Abtreibung

Als wir im meinem „Buch des Lebens“ zum 5. Gebot GOTTES – „Du sollst nicht töten“ – kamen, dachte ich mir: Endlich, da habe ich mir nichts vorzuwerfen, denn ich habe niemanden getötet und keinen Menschen umgebracht. Und zu meinem großen Schreck belehrte mich der HERRGOTT eines ganz anderen.

ER zeigte mir mit aller Deutlichkeit, dass ich eine erschreckend grausame Mörderin war. Und die Morde, in die ich verwickelt war, gehörten außerdem zu der Klasse von Tötungsverbrechen, die in den Augen des HERRN zu den abscheulichsten ihrer Art zählten, nämlich die Abtreibungen von „Ungeborenen Kindern“.

Passen Sie nun gut auf! Die Macht und der Einfluss, den ich mir durch mein GELD errungen hatte, haben mich dazu verführt und dazu gebracht, nicht nur eine, sondern einige - um nicht zu sagen viele - Abtreibungen zu finanzieren. Mein Geld hat diese Abtreibungen erst möglich gemacht. Denn ich hatte ja immer gesagt: „Die Frau hat das Recht, sich auszusuchen, wann sie schwanger bleiben will und wann nicht. Ihr Bauch gehört nur ihr selbst!“

Und schaut nun her! In meinem „Buch des Lebens“ stand es schwarz auf weiß, - und es war ein großer Schmerz für mich, das hier zu sehen und endlich auch zu begreifen, in welche abscheulichen Verbrechen ich durch mein Geld mich selbst verwickelt hatte.

Es stand aber unlöschbar eingeschrieben in meinem „Buch des Lebens“.

Ein Mädchen, das gerade mal 14 Jahre alt war, habe ich dazu gebracht abzutreiben. Ich war ihre Lehrmeisterin.

Wenn einer das Gift in sich hat, dann bleibt nichts gesund in seiner Umgebung. Alle, die so einem Menschen nahe kommen, werden negativ beeinflusst, kommen mit diesem Gift in Kontakt und werden dann auch selbst vergiftet und giftig. Weitere noch ganz junge Mädchen, drei meiner Nichten und die Verlobte von einem meiner Neffen haben abgetrieben. Sie haben sie ohne Weiteres zu mir gehen lassen, denn ich war ja die mit dem großen Geld, die alles regeln konnte – und so „gütig“ war.

Ich war die gute Tante, die immer alle eingeladen hat; die gute Tante, die ihnen von den Neuigkeiten aus der Mode-Welt erzählt hat, und die ihnen die neueste Mode auch vorgeführt und oft auch gekauft hat. Ich war diejenige, die diesen jungen Geschöpfen beibrachte, wie sie sich attraktiver machen, wie sie in die Gesellschaft des „Glamour“ einsteigen und wie sie ihren jungen Körper möglichst sexy und aufreizend vor den anderen herzeigen können.

Und stellt Euch vor! Meine Schwester hat mir Ihre Kinder in vollem Vertrauen geschickt und überlassen. Und wie habe ich sie verdorben und prostituiert. Ja, ich habe diese jungen Dinger, noch halbe Kinder, der Prostitution zugeführt. Und das war ein weiteres himmelschreiendes Verbrechen und eine schreckliche Sünde, die in der Rangliste der abscheulichsten Vergehen vor dem HERRN gleich die Stelle nach der Abtreibung einnimmt.

Denn ich habe diesen jungen Mädchen folgendes beigebracht:

„Meine lieben Mädchen, seid doch nicht dumm! Auch wenn eure Mütter euch soviel über den Wert der Jungfräulichkeit, der Keuschheit und Reinheit erzählen, dann ist das einfach darauf zurückzuführen, dass eure Eltern noch in der Vergangenheit leben, ihre Welt ist nicht mehr die Welt von heute, sie sind im Gestern verhaftet, sie haben es versäumt ein freies und modernes Leben zu führen. Ihr müsst dafür Verständnis aufbringen. Aber ihr selbst solltet euch dem modernen Leben anschließen, die von uns Frauen erkämpfte Freiheit genießen und euch voll als Frau verwirklichen – also hört ihnen zu, seid verständnisvoll mit ihnen, weil sie eben nicht anders können; aber verderbt euch deswegen doch euer eigenes junges Leben nicht. Eure Mütter sprechen mit euch über eine BIBEL, die es schon 2000 Jahre lang gibt. Sie sind eben nicht mehr „up-to-date“.

Und die Pfarrer haben das Moderne auch abgelehnt und wollen nicht mit der Zeit gehen. Sie predigen nur das, was der Papst ihnen vorgibt, aber ist Papst ist eben nicht mehr zeitgemäß, dieser Papst ist aus der Mode gekommen. Und jeder moderne Mensch, der noch auf ihn hört ist, dumm und selber schuld, wenn er sein Leben nicht richtig genießen kann.“

Sehen Sie nun das Gift, das ich verstreut habe in diesen jungen, unschuldigen Mädchen-Herzen. Es ist einfach unvorstellbar MONSTRUÖS!

Und ich habe diesen jungen Mädels auch gelehrt, wie sie am besten ihren Körper und die Lust am Sex genießen können. Dabei habe ich sie eigens darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist zu verhüten. Alle mir bekannten Methoden habe ich ihnen beigebracht. Ich habe sie unter dem Titel „Die perfekte, selbstständige Frau“ über alle Risiken und deren Verhütung beim Geschlechtsverkehr genauestens informiert.

Und eines Tages kommt dann eines dieser Mädchen, nämlich die Verlobte meines Neffen, - sie war gerade mal 14 Jahre alt - zu mir in die Ordination (und das, was ich ihnen hier erzähle, habe ich persönlich im „Buch meines Lebens“ eingetragen gesehen), - sie kommt also zu mir in die Ordination, und erzählt mir unter bitteren Tränen: „Gloria, ich bin doch noch so jung, praktisch selbst noch ein Kind, und trotzdem bin ich schon schwanger.“

Und ich antwortete drauf: „Aber Du, saudummes Ding! Habe ich euch nicht bei gebracht, wie man verhütet!!!“ Sie sagte darauf immer noch weinend: „Ja schon, aber es hat einfach nicht richtig funktioniert.“ Und durch die Einsicht in mein „Buch des Lebens“ habe ich gesehen, dass der HERR mir dieses junge Geschöpf eigentlich geschickt hatte, um es vor einer Dummheit zu bewahren. Er wollte, dass ich sie davor bewahre in diesen Abgrund hinabzufallen, dass ich sie davon abbringe, ihr Kindlein abzutreiben.

Denn die Abtreibung, die legt eine so schwere Kette um unseren Hals, die uns zu Boden drückt und die wir dann kaum mehr hinter uns herschleifen können. Sie erzeugt einen Schmerz, der nie mehr in unserem Leben aufhört. Es ist diese sinnlose Gewissheit, einen Mord begangen zu haben, also ein Mörder zu sein.

Und dabei ist es das Schlimmste, nicht irgendjemand, sondern sein eigenes Fleisch und Blut, sein eigenes Kind ermordet zu haben.

Und das Schlimmste im Fall dieses Mädchens war es, dass ich ihr, anstatt sie davon abzubringen und von unserem HERRGOTT zu erzählen, das Geldbündel in die Hand gedrückt habe, damit sie sich diese Abtreibung leisten kann. Und um mein Gewissen ( - ich weiß gar nicht, ob man das noch Gewissen nennen kann, was ich damals hatte - ) zu beruhigen, gab ich ihr so viel Geld, dass sie in die renommierteste Abtreibungs-Klinik gehen konnte, damit es danach ja keine Komplikationen gäbe.
Und so wie bei dieser Gelegenheit habe ich noch einige – um nicht zu sagen viele - Abtreibungen finanziert.

Das ist so schrecklich, wenn ich heute dran denke. Jedes Mal wenn so das Blut eines Babys vergossen wird, ist es wie ein großes Brandopfer für den Satan, es ist ein Festmahl für den Teufel. Er reibt sich die Hände und tanzt vor Freude. Und unserem HERRN JESUS CHRISTUS schmerzt es wie bei SEINEM Tod am Kreuz und unter diesen Schmerzen zuckt er zusammen und leidet jedes Mal darunter sehr, wenn ein ungeborenes, unschuldiges Kind zu Tode gemartert wird.

Im „Buch des Lebens“ habe ich nämlich auch sehen können, wie das Leben entsteht. Ich sah wie unsere Seele sich in dem Moment bildet, in dem eine Samenzelle auf die Eizelle trifft. Da springt ein wunderschöner Funke über, der ein Licht ausstrahlt, das im Sonnenlicht von GOTT VATER seinen Ursprung hat.

Und der Bauch einer werdenden Mutter erleuchtet sich mit den Strahlen dieser neuen Seele in dem Moment, wo ihre Eizelle befruchtet wurde. Und wenn es dann zur Abtreibung kommt, dann schreit und stöhnt diese Seele vor lauter Schmerz, auch wenn sich noch keine Augen und keine Gliedmaßen gebildet haben.

Und die ganze Gemeinschaft der Heiligen, die ganze jenseitige Welt nimmt diese Schreie und dieses Stöhnen wahr, wenn eine neue, unter Mithilfe GOTTES geschaffene Seele ermordet wird. Das gesamte Himmelsgewölbe zuckt unter diesem Schrei zusammen und man hört ihn vom einen Ende zum anderen, laut und deutlich wie ein Echo im Gebirge. In der Hölle hört man auch laute Schreie, aber dort sind es Jubelschreie, die alle Dämonen zur Feier des Tages ausstoßen und dazu eine Freudentanz aufführen.

Und unmittelbar danach öffnen sich in der Hölle einige Siegel und es kommen scheußliche Gespenster hervor, welche auf die Erde losgelassen werden, um von neuem die ganze Menschheit zu versuchen und auf Irrwege zu verführen. Und die Folge davon ist, dass die Menschen immer mehr vom Satan versklavt werden, immer mehr der Lust und dem Genuss verfallen, immer neue Sucht-Abhängigkeiten aufkommen, und alle diese schlimmen und grauslichen Verbrechen und Bosheiten passieren, die wir täglich in den Nachrichten hören und sehen, und von denen wir jedes Mal glauben, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann, um am nächsten Tag durch neue Verbrechen darauf gestoßen zu werden, dass doch noch eine Steigerung möglich war.

Haben wir überhaupt noch eine Vorstellung, wie viele Babys täglich auf der ganzen Welt umgebracht werden? Es ist uns nicht mehr möglich, das Ausmaß dieses ungeheuerlichen Verbrechens vorzustellen.

Wir waten im Blut dieser Unschuldigen Kinder und merken es schon gar nicht mehr. Es ist normal für uns und gehört schon zum Alltag. Wenn sich jemand gegen die Abtreibung einsetzt, wird er schon als fanatisch und konservativ, altmodisch und etwas irrsinnig hingestellt.

Und das ist einer der größten Triumphe für den Höllenfürsten, den Satan. Wie wird es um unsere Welt bestellt sein, wenn der Preis des unschuldigen Blutes jedes einzelnen Ungeborenen der ist, dass ein neuer Dämon auf die Erde losgelassen wird. Bald wird es auf unsere Welt dunkel werden vor lauter Dämonen, die losgelassen wurden.

Und dann sah ich wie ich in diesem Blut der unschuldigen Kinder eingetaucht und gewaschen wurde.

Und ganz im Gegenteil zum Waschvorgang auf unserer Welt, wurde meine weiße Seele durch diese Blutwäsche immer dunkler und unansehnlicher, bis sie vollkommen schwarz war. Und nach diesen Geschichten mit den Abtreibungen hatte ich absolut kein Gespür mehr, was Sünde ist. Für mich gab es einfach keine Sünde mehr. Alles war erlaubt und mein Verhalten kam mir noch dazu gut vor. Ich half ja den Menschen. Ich war mir nur nicht bewusst, dass ich diesen Menschen zum sicheren Weg in die Hölle verhalf.

Und es kam noch etwas Zweites zum Vorschein, das mir, da ich ja selbst auf der Lohnliste des Teufels stand, in keiner Weise aufgefallen oder in den Sinn gekommen wäre. Es wurden mir alle Babys gezeigt, die ich selbst getötet hatte, die ich selbst abgetrieben hatte.

Und genauso, - wie Sie jetzt, - wusste ich im ersten Moment nicht, wie, wann und wo! Doch es wurde mir gleich gezeigt und ich hatte es dann auch klar vor Augen. Ich habe Ihnen ja schon am Anfang erzählt, dass ich selbst als Verhütungsmethode zur Familienplanung die Spirale gewählt hatte und diese mir einsetzen ließ. Und unter schmerzlichem Staunen musste ich nun im „Buch meines Lebens“ sehen, wie viele meiner Eizellen befruchtet worden sind und im Begriff waren zu kleinen Babys heranzu- wachsen.

Ich sah die vielen Lichtfunken, die sich bei der Bildung ihrer Seelen aufleuchteten. Und ich hörte auch die Schreie dieser Seelen, wie sie aus der Hand GOTT VATERS herausgerissen wurden.

Und auf einmal verstand ich den Grund, warum ich immer so schlecht gelaunt, verbittert und mürrisch war. Ich hatte schlechten Humor, war oft nicht ansprechbar, war unbeherrscht und launisch gegen meine Mitmenschen, meine Familie. Den ganzen Tag war ich nur frustriert, nichts konnte mich zufrieden stellen. Oft überkamen mich schreckliche Depressionen. Und nun fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

„Wie einfach und eindeutig klar – ich hatte mich ja in eine Tötungsmaschine für Babys verwandelt!“

Und das alles ließ mich immer tiefer in den Sumpf der Sünde einsinken. Wie konnte ich mir nur am Anfang dieser Zusammenschau meines Lebens einbilden und stolz ausrufen, ich hätte niemanden umgebracht. Und wie konnte ich nur jeden anderen, der mir zu dick war oder der mir unsympathisch war, links liegen lassen, verachten, ja richtig gehässig behandeln und einfach ablehnen. Wie konnte ich mich so hochnäsig benehmen, obwohl ich eine ganz gemeine Mörderin war?

Und es wurde mir auch gezeigt, dass man Menschen nicht nur durch ein Pistolenschuss umbringen kann. Nein, oft genügt es, wenn man ihn bodenlos hasst, wenn man ihm Schlechtes wünscht oder antut, wenn einen der Neid gegen diese Person zerfrisst. Und damit kann man den anderen auch schon umbringen. Der Mord in der Familie oder in einem Dorf beginnt sehr oft durch eine dieser Handlungen, die wir oft selber als ungefährlich, wenn auch bösartig einstufen.

Du sollst nicht Unkeuschheit treiben

Nun, beim sechsten GEBOT – „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“ - habe ich zu mir gesagt: „Na, endlich – wenigstens bei diesem Gebot können sie mir keine Übertretungen vorwerfen. Sie werden mir keinen Liebhaber vorhalten können, weil ich mein ganzes Leben lang nur mit einem Mann intim war - und das war mein erster und letzter, nämlich mein Ehegatte.“

Auf einmal wird mir gezeigt, dass ich jedes Mal, wenn ich meinen Busen nackt herzeigte und meinen Körper mit einem sexy Bikini zur Schau stellte, fremde Männer dazu verführt habe, mich anzuglotzen, dabei schlechte Fantasien zu bekommen und dadurch zur Sünde zu verleiten. Und auf diese ganz einfache Art und Weise bin ich – so zwischendurch –auch in den Ehebruch hineingerutscht.

Aber auch mit meiner Art, dass ich anderen Frauen immer wieder geraten habe, sie sollten ihren Ehemännern untreu sein, indem ich sagte:

„Seid doch nicht blöd, zahlt es ihnen heim, verzeiht es ihnen nur nicht, sondern trennt euch und lasst euch besser schnell scheiden!“

– allein mit diesen Gerede und diesen schlechten Ratschlägen hatte ich mich an einem verabscheuungswürdigen Ehebruch beteiligt.

Und so ich habe bei dieser Schau meines Lebens auch glasklar erkannt, dass die sogenannten Sünden der „Fleischeslust“ abscheulich sind. Sie führen direkt in die Verdammnis, und sind ganz strikt abzulehnen, auch wenn viele Menschen es heutzutage schon normal finden und sagen, dass das dufte und ganz toll wäre; dass man diese und jene Erfahrung einmal selbst gemacht haben müsste; dass man es probiert haben muss, um zu erfahren, ob man dabei Lust empfindet oder zu einem ganz speziellen Höhepunkt kommt.

Manche schrecken gar nicht davor zurück, sogar den Vergleich mit den Tieren als Argument für ihr Tun heranzuziehen, und sagen: „Lasst es uns so wild treiben wie die wilden Tiere!“ Auch für die Homosexualität wird oft das Argument gebracht, dass sie ganz natürlich und gottgewollt sei, weil es ja auch schon bewiesen ist, dass es auch im Tierreich homosexuelle Paarungen gibt.

Ja, merken wir den nicht, dass wir uns dadurch die Tiere zum Vorbild nehmen.

Und das ist gleich bedeutend ist, wie die Seele wegzuwerfen. Das, was uns als GOTTES Ebenbild auszeichnet – nämlich die von IHM in jedem Menschen geschaffene unsterbliche Seele - werfen wir dadurch vor die Hunde.

Leider habe ich mich in meinem Leben von der Hand GOTTES losgerissen. Ich musste traurig feststellen, dass die Sünde nicht nur die ausgeführte Tat ist, sondern auch in den geheimsten Gedanken und in meiner Seele kann ich schwer sündigen. (Es heißt ja auch im Schuldbekenntnis: „in Gedanken, Worten und Werken“)

Es war auch sehr leidvoll für mich, erkennen zu müssen, wie all diese begangenen Sünden Folgen haben und lange Zeit hindurch weiter wirken.

Die Sünde des Ehebruchs - besser gesagt der Ehebrüche – meines Vaters hat auch seinen Kindern großen Schaden zugefügt und ihre Seele erstickt. Ich bin dadurch zu einer Verächterin aller Männer geworden, und meine Brüder sind richtige Abziehbilder, waschechte Kopien meines Papas geworden, die überall groß damit angeben, dass sie noch echte Machos, richtige Weiberhelden und große Säufer sind. Und sie bilden sich darauf auch noch viel ein. Posaunen es stolz in alle Welt hinaus. Sie haben sich keine Rechenschaft darüber gegeben, wie sehr sie dadurch, ihren eigenen Kindern wieder Schaden zufügen.

Und deshalb sah ich meinen Vater in der anderen Welt so bitterlich weinen. Er hat erst dort begriffen und gesehen, wie sehr er seine Sünde auf seine Söhne, und auch auf seine Tochter vererbt hat. Und er hat mitbekommen, welchen Schaden er dadurch in der Göttlichen Ordnung und in der Schöpfung GOTT VATERS angerichtet hat.

Du sollst nicht stehlen

Im siebten Gebot, - Du sollst nicht stehlen – war ich meiner Sache wieder ganz sicher, ich stufte mich als sehr ehrenvoll ein und hatte mir nichts vorzuwerfen! Aber der HERRGOTT zeigte mir auf drastische Weise, dass bei mir zuhause viele der reichhaltig vorhandenen Lebensmittel zu faulen und zu schimmeln begannen, weil wir einfach zu großen Augen einkauften und gar nicht alles essen konnten; also während ich Lebensmittel verderben ließ, gab es so viel Hunger auf der ganzen Welt und als ER mir das vor Augen führte, sagte er dazu nur:

„ICH war hungrig, und schau her, was Du mit dem gemacht hast, was ich Dir gegeben habe, - Du hast es gering geschätzt und verderben lassen; MIR war kalt, sieh da her, wie Du Dich von den Modetrends und dem äußerlichen Aussehen zu Sklavin machen ließest. Welches Vermögen hast Du für Injektions-Spritzen gezahlt, um dünner zu werden. Du hast Dich auch zur Sklavin Deines eigenen Körpers gemacht. Kurz gesagt, du hast Deinen Körper zur Gottheit erhoben, zum Götzen gemacht.“

Und unser HERR führte mir so vor Augen, dass ich mich dadurch auch mitschuldig an der großen Armut in unserem Land gemacht habe und dass ich eben auch in diesem Gebot GOTTES Schuld auf mich geladen hatte.

Weiters hat ER mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass ich jedes Mal, wenn ich über jemanden schlecht geredet habe, demjenigen seine Ehre gestohlen habe. Und so etwas wieder gut zu machen, wieder zurückzugeben, ist fast unmöglich. Es wäre viel einfacher gewesen, wenn ich jemanden einen Geldschein gestohlen hätte, denn dann hätte ich einfach den Geldbetrag zurück geben können, um mein Vergehen wieder gut zu machen.

Deshalb ist auch Raub des „Guten Rufes“ eines Menschen viel schwerwiegender als eben ein einfacher Diebstahl von Sachen oder Geld.

Auch meine Kinder habe ich bestohlen, indem ich es ihnen verwehrt habe, eine gute Hausfrau und Mutter für sie zu sein, eine zärtlich Mutter, die die Kinder umsorgt, die immer für sie da ist und ihnen ein praktisches Vorbild für selbstlose und hingebungsvolle Liebe ist.

Und nicht eine Mutter, die sich selbst nur auf der Straße herumtreibt, und die Kinder allein zuhause lässt, in der Obhut vom Fernseh-Apparat als Ersatz-Papa und vom Computer als Ersatz-Mutti und im Kreise von vielen Video-Spielen als Ersatz-Geschwister.

Und um mein Gewissen zu beruhigen, kaufte ich Ihnen um teueres Geld immer nur die besten Marken-Klamotten, damit sie wenigstens in der Schule und bei ihren Freunden Eindruck schinden und den Neid provozieren konnten.

Noch mehr bin ich erschrocken, als ich sah, wie meine Mutter sich Vorwürfe machte und sich fragte, ob sie wohl eine gute Mutter gewesen sei. Und das, obwohl meine Mama eine sehr fromme und gute Frau, Hausfrau und Familienmutter war, die uns immer wieder ermahnt hat, die uns geliebt hat, und gezeigt hat, wie sehr sie um uns und unser Wohl besorgt ist.

Genauso hat auch mein Vater immer wieder auf seine Art demonstriert, wie gern er uns hat, und dass wir das Wichtigste in seinem Leben sind. Und wie ich so in diesen Gedanken versunken war, sagte ich zu mir selbst:

„Was wird wohl mit mir passieren, die ich meinen Kindern nicht einmal gar Nichts gegeben habe; sie merken es vielleicht gar nicht, dass ich nun nicht mehr da sein werde; wahrscheinlich gehe ich ihnen gar nicht ab!“

Das Schaudern lief mir kalt über den Rücken bei diesen Worten, begleitet von einem Schmerz, der mich wie ein Schwert - mitten durchs Herz - durchbohrte.

Fortsetzung - Teil 3