Gloria Polo - Teil 3


Fortsetzung von Teil 2


Ich schämte mich für all mein Versagen auf der ganzen Linie. Ihr müsst wissen, dass man im „Buch des Lebens“ alles so sehen kann, wie in einem Film. Und so sah ich eben auch dort, wie sich meine Kinder bei einer Gelegenheit untereinander unterhielten und folgendes sagten:

„Hoffentlich braucht meine Mutter noch länger, bis sie nach Hause kommt; hoffentlich steckt sie im Stau, denn meine Mama ist sehr langweilig und die ganze Zeit kann sie nur meckern und kritisieren..“

Wie niederschmetternd war es doch von einem dreijährigen Kind und einer etwas älteren Tochter zu hören, wie sie so über ihre Raben-Mutter redeten.

Und von neuem wurde mir bewusst, dass ich sie einer richtigen Mutter beraubt habe. Ich habe ihnen kein friedliches Heim geboten. Ich habe es verhindert, dass sie in den Kinderjahren - durch mein Vorbild - GOTT kennenlernen konnten.

Und ich habe ihnen nicht beigebracht, wie man den Nächsten liebt. Denn es ist doch einfach so: Wenn ich meinen Mitmenschen nicht liebe, werde ich auch mit Unserem HERRGOTT nichts zu tun haben; und wenn ich selbst kein Mitleid und keine Barmherzigkeit habe und in der Praxis verwirkliche, dann kann ich auch nicht mit GOTT sein; und kann so auch GOTT niemanden näher bringen oder den Glauben weitergeben. Denn GOTT ist die LIEBE

Du sollst keine falsches Zeugnis ablegen

Nun gut, jetzt will ich Ihnen noch kurz etwas erzählen über das Thema: - Kein falsches Zeugnis gegen den Nächsten ablegen und nicht zu lügen. Und dabei habe ich es wirklich zur Expertin geschafft. Haben das auch alle gehört?!? Denn der Teufel hat sich zu meinen Vater gemacht. Denn jeder von uns hat seinen VATER, entweder ist es GOTT VATER oder es ist eben der Satan, der IHM die Vaterschaft streitig macht.

Wenn GOTT die LIEBE ist, und ich aber voller Hass bin, wer ist dann mein Vater. Das ist doch nicht schwer zu beantworten und leicht zu verstehen. Wenn GOTT mir immer wieder Versöhnung und Verzeihung predigt, wenn ER mich dazu auffordert, auch meine Feinde und diejenigen, die mir Schaden zufügen, zu lieben - Ich aber nur die Rache im Kopf habe und an das MOTTO: „Zahn um Zahn“ denke.

Und das war damals wirklich meine Welt und meine Vorstellungen. Gut, wer war also dann mein Vater? Und noch dazu: ER, Unser HERRGOTT, ist die WAHRHEIT selbst und der Satan ist der Fürst der Lügen. Wer war dann also mein Vater? Sie sehen schon. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Das Ergebnis ist immer:

Das ich selbst den Teufel zum Vater in meinem Leben erwählt habe.

Und ich sage Euch. Es gibt keine Kategorie-Einteilung der Lügen. Es gibt sie nicht – weder die rosaroten, noch die dunkelgelben oder die grasgrünen Lügen. Jede Lüge ist eben eine Lüge. Und genauso wenig wie diese vorher erwähnten eingefärbten Lügen, existieren auch nicht die NOT-Lüge, oder die GEFÄLLIGKEITS-Lüge oder die Lüge aus BARMHERZIGKEIT oder die MITLEIDS-Lüge und noch so viele andere Arten, die listige Menschen unter dämonischer Anleitung zur Ausrede erfunden haben.

Jede Lüge ist eben eine LÜGE. Und der Teufel ist der Vater aller Lügen,
der Lügner von Anbeginn.

Die Lügen, die ich mit meiner Zunge begangen hatte, waren so, so fürchterlich, einfach schrecklich. Ich konnte sehen, dass ich damit die höchst mögliche Punktezahl gewürfelt hatte.

Bei jeder Gelegenheit wie zum Beispiel beim Tratsch, den ich in die Welt setzte, wenn ich mich über andere lustig machte, oder wenn ich leichtfertig, für anderen Menschen einen bösartigen Spitznamen erfunden habe, und diesen dann aller Welt erzählte und mich jedes Mal dabei in gehässiger Art und Weise noch lustig machte.

Wie sehr und wie viele habe ich dadurch verletzt, gekränkt, der Lächerlichkeit preisgegeben und verleumdet. Und das alles habe ich meinen Mitmenschen angetan.

Sie können sich gar nicht vorstellen, wie so ein Spitzname, eine Person verletzen kann. Er kann dadurch Minderwertigkeitskomplexe bekommen, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten und immer von neuem Schmerzen bereiten.

Zum Beispiel eine Freundin, die etwas molliger war, nannte ich einfach nur die „Dicke“ oder die „Fette Kugel“. Sie ist diese Bezeichnung nie mehr losgeworden und immer nur die „Fette Kugel“ geblieben. Ihr hat das sehr zugesetzt. Dieser Frust machte sie zur Frust-Esserin, was natürlich wiederum auf ihren Leibesumfang Auswirkungen hatte. Sie wurde deshalb oft nicht mitgenommen oder nicht eingeladen.

Und so sehen Sie, wie Worte auch entsprechende Taten nach sich ziehen können – und am Schluss kommt ein ganzer Rattenschwanz von Bosheiten heraus. Alles nur die giftige Frucht eines leichtfertig hinausposaunten Wortes.

Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Gut

Als sie mir diese Überprüfung meines Lebens auf der Grundlage der 10 Gebote GOTTES gemacht haben, stellte sich klar heraus, dass alle meine Übel, Sünden und Bosheiten ihren Ursprung in der Habgier hatten.

Dieser wahnsinnige Wunsch, diese Sucht, einfach alles zu besitzen und über alles zu bestimmen. ICH MUSS HABEN, statt ICH MUSS SEIN. Ich dachte immer, dass ich glücklich sein werde, wenn ich alles Geld der Welt besitze und sehr reich bin, und dieser Wunsch, Geld zu haben, artete bei mir bald zu einer BESESSENHEIT aus.

Das war sehr schade und für mich eine große Tragödie. Als ich nämlich wirklich viel, viel Geld besaß, und mir fast alles leisten konnte, durchlebte ich die schlimmste und unglücklichste Phase meines Lebens.

Meine Seele kam an dem Tiefpunkt an, dass ich mir sogar das Leben nehmen wollte. Mit soviel Geld und Reichtum, und trotzdem allein und innerlich leer, einsam und verlassen.

Ich erlebte es selbst, was es heißt: LIEBE, FREUNDSCHAFT, ZUNEIGUNG kann man mit dem Geld nicht kaufen.

Auch für alles Geld der Welt kriegt man beim Versuch LIEBE zu kaufen, meist nur Scheinheiligkeit, Falschheit, Schmeichelei und gespielte Unterwürfigkeit.

Ich war also zutiefst enttäuscht, verbittert in der selbst gewählten Sackgasse meines Lebens. Ich hatte den Gipfel der Frustration erreicht, und dort wehte ein eisig kalter Wind, der mir nur die Frage in den Sinn brachte, warum bist überhaupt hier herauf gestiegen.

Die Habgier, wie jede andere Gier auch, - also diese Sucht nach Geld und Reichtum; dieser Neid nach dem, was ein anderer schon hat; dieses „Das-muß-ich-auch-haben“; – hängte sich bei mir ein, nahm mich bei der Hand und brachte mich auf Abwege. Diese Habgier führte mich direkt in Richtung Hölle, weg von meinem Schöpfer GOTT, von dessen Hand ich mich durch dieses HABEN-wollen losgerissen hatte.

Das „Buch des Lebens“

Und nach dieser Analyse meines Lebens nach den Bestimmungen der 10 Gebote GOTTES, wurde mir der Einblick in mein „Buch des Lebens“ gewährt. Es war ein wundervoller Augenblick. Mir fehlen einfach die Worte, um dieses „BUCH DES LEBENS“ angemessen beschreiben zu können.

Es begann mit meiner Empfängnis. Sobald sich die Zellen meiner Eltern zusammengekommen waren, gab es „ZAS!“ einen Funken. Eine kleine, wunderschöne Lichtexplosion, und es bildete sich daraus eine Seele, meine eigene Seele, ganz behütet in den Händen GOTTVATERS – und ich sah so einen liebevollen und zärtlichen Papa in GOTT, dem VATER.

24 Stunden am Tag war er mit mir, er führte mich an SEINER Hand, beschützte mich, war immer um mich besorgt und hinter mir her. ER ließ mich nicht aus SEINEN Augen und nie allein. Und alles, was mir im ersten Augenblick wie eine Strafe oder ein großes Missgeschick vorkam, war nichts anderes als ein Ausdruck SEINER LIEBE und seiner Besorgnis um mich. Denn ER blickte mich nicht äußerlich an und schaute nicht auf meinen wohl geformten Körper. NEIN, ER schaute in mein Innerstes, ER erforschte meine Seele und sah dabei, wie ich langsam, aber sicher von SEINEM WEG abkam und wie ich SEINE Rettung und Erlösung ausschlug.

Und so erlebte ich viele Situationen meines verflossenen Lebens bei der Schau in mein „BUCH des LEBENS“ in ihrem Zusammenhang und sah die jeweiligen Folgen meines Handelns und der Entscheidungen meines freien Willens. Zum besseren Verständnis will ich Ihnen ein Beispiel dafür erzählen, das aufzeigt, wie wunderschön so ein „BUCH des LEBENS“ ist.

Ich war in meinem Leben sehr falsch und heuchlerisch. So sagte ich oft zu meinen Bekannten – oder auch Freundinnen – mit schmeichelnder Stimme:

„Huy! Schau mal an, wie wunderschön kommst Du heute daher. Dieses Dein Kleid ist einfach prächtig und es steht Dir so gut! Wie hübsch schaust Du darin nur aus!“

Aber im „Buch des Lebens“ sieht man ja auch, was man dabei denkt, und was im Innersten abläuft. Und da nahm ich wahr, das ich dabei in meinem Herzen zu mir sagte:

„Pfui! Was für ein grausliches Aussehen, und dabei glaubt sie ja auch noch, sie wäre eine Schönheits-Königin!“

Sehen Sie, das waren dabei meine Gedanken in meinem geheimen Inneren. In diesem „ Buch des Lebens“ sieht und hört man wie in einem Film diese Geschehnisse, und so sah und hörte ich auch alles genauso, wie ich es damals im meinem Leben auch hörbar gesagt hatte, mit dem einzigen Unterschied, dass ich auch meine Gedanken sehen und vernehmen konnte.

Es war wie eine Zwei-Kanal-Ton-Verfilmung in verschiedenen Sprachen oder wie ein Film mit Untertiteln. Ein Tonkanal brachte genau das, was ich mit meiner Zunge und mit Scheinheiligkeit von mir gab, und der andere Ton-Kanal ließ mich meine Gedanken, die ich gleichzeitig hatte, hören und lesen, und ich konnte den Zustand meiner Seele, mein Inneres dabei auch sehen. Sie würden selbst an ein technisches Wunderding denken, wenn sie so etwas über ihre Aussprüche oder über Situationen Ihres eigenen Lebens miterleben würden. Es ist einfach überwältigend!

Und so sah ich die innere Wirklichkeit meines Lebens. Alle meine Lügereien lagen ganz offen da, sie brodelten wie in einem Kochtopf ohne Deckel, sie waren nackt und ohne Beschönigung, wahrnehmbar für jeden. Die ganze Welt konnte sie sehen. Sie waren quicklebendig und deckten ihre eigenen Schandtaten auf.

Meine Mutter, wie oft habe ich sie übers Ohr gehauen und bin sie ganz gemein hintergangen. Oft erlaubte sie mir nämlich zu Recht nicht, auszugehen und mich mit meinen „schlechten“ Freunden zu treffen. Aber mit der Bemerkung: „Mami, ich hab jetzt noch eine Gruppenarbeit in der Schulbibliothek!“ war ich flugs auch schon weg. Und meine Mutter hat die „Kröte“ geschluckt und mir die schnelle Lüge abgenommen.

Wie oft habe ich mir mit solchen Lügen selbst die Zeit gestohlen, bin um die Häuser gezogen, habe mir pornografische Filme angesehen, oder bin in eine Bar gegangen, um mit meinen „Freundinnen“ Bier zu saufen.

Und nun sah auch meine Mutter dies alles in meinem für alle offen da liegenden „Buch des Lebens“. Es ist ihr nichts entgangen.

Noch ein weiteres Beispiel dafür, was ich in diesem „Buch des Lebens“ gesehen habe.

Meine Eltern gaben mir immer Bananen als Essen für die Mittagspause in meine Schule mit. In jener Zeit lebten wir ja in sehr ärmlichen Verhältnissen, so dass mein Jausen-Paket meist eben nur aus Bananen, hin und wieder einem Brötchen und Milch zusammen gesetzt war. Ich aß oft schon auf dem Schulweg meine Bananen und warf die Bananenschalen einfach überall, wo ich gerade ging, ohne weiter Nachzudenken weg. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was durch so eine glitschige, unachtsam weggeworfene Bananen-Schale alles passieren kann, welchen Schaden so etwas einem anderen Menschen zufügen kann. Und es lagen die von mir weggeworfenen Bananenschalen also einfach so herum.

Das überraschende und eindrucksvollste war, wie der HERRGOTT mir zeigte, was einige – natürlich nicht alle – dieser herum liegenden Schalen ausgelöst haben. Ich sah die Personen, die durch diese Bananenschalen zu Sturz kamen, und in einigen Fällen hätten diese Stürze durch den starken Verkehr sogar tödlich ausgehen können, und ich wäre dadurch noch schuldig geworden, hätte ein Menschen- leben ausgelöscht. Alles nur aus Gedankenlosigkeit, fehlendem Verantwortungsgefühl und fehlender Barmherzigkeit meinen Mitmenschen gegenüber.

So war es auch in einem anderen Fall, bei dem eine Frau an der Kassa des Supermarkts mir durch einen Irrtum von ihr selbst um ganze 4.500 Pesos zu viel herausgegeben hat. Und in diesem Zusammenhang ging ich dann auch eines der wenigen Male zur Beichte, wo ich wirklich eine aufrichtige, tiefe Reue und großen Schmerz über mein sündiges Verhalten empfand.

Mein Vater hat uns Kindern immer dazu ermahnt, in unserem Leben ehrenwert zu sein, und trotz der Armut die Ehre einer Person als hohes Gut zu betrachten, - vor allem auch die eigene.

Wir sollten uns nie am Geld eines anderen vergreifen, auch dann nicht, wenn es sich nur um wenige Cent handelt. Als also dieser Vorfall mit dem Wechselgeld passierte, bemerkte ich den Irrtum erst im Auto, als ich schon wieder auf dem Rückweg in meine Ordination war. Und ich sagte zu mir selbst:
„Ha, diese blöde alte Kuh, dieses dumme Viech, hat sie mir nicht um 4.500 Pesos zu viel heraus gegeben und mich trifft es nun wieder, zu ihr zurückzufahren, um ihr das Geld zurück zu geben!“
Ich war schon wieder auf dem Weg zum Supermarkt, als ich in einen Riesen-Verkehrs-Stau geraten bin. Im Autoradio vernahm ich, dass rundherum alles zu war.

Und wieder dachte ich laut und sagte zu mir selbst:

„Ha! Das ist ja die Höhe. Jetzt soll ich auch noch Stunden meiner kostbaren Zeit verlieren, nur weil diese dumme Kuh zu blöd war, richtig zu rechnen. Es hat ihr ja niemand befohlen, sich saudumm zu sein und sich zu verrechnen! Ich fahre jetzt einfach heim und werde ihr unter diesen Umständen das Geld gar nicht mehr zurück bringen! Nein, auf keinen Fall, sie alleine ist ja schuld daran.“

Aber es blieben mir trotz meiner Ausreden Gewissenbisse über diesen Vorfall mit dem Wechselgeld. Und weil mein Papa eben das Fundament der Ehrenhaftigkeit so oft und so deutlich betont und damit auch in meinem Charakter verfestigt hatte, ging ich also am darauf folgenden Sonntag zur Heiligen Beichte und sagte zum Priester, der im Beichtstuhl saß: „Hochwürdiger Pater, ich habe gesündigt, weil ich mir 4.500 Pesos angeeignet habe, da ich diesen Betrag einer Frau, der das Geld eigentlich gehörte, nicht mehr zurückgegeben habe.“ Ich habe dann gar nicht mehr acht gegeben, was mir der Beichtvater dazu gesagt oder mich darüber belehrt hat.

Und als ich diese Szene im „Buch des Lebens“ sah, müssen Sie wissen, dass der Böse, der Teufel mir wirklich diese Sünde nicht mehr ankreiden und mich nicht als Diebin hinstellen konnte, denn ich hatte sie ja gebeichtet. Aber ich werde Ihnen jetzt erzählen, was der HERRGOTT darüber zu mir sagte:

„Diese fehlende Nächstenliebe, die Du hier an den Tag gelegt hast, als Du keine Wiedergutmachung Deiner Sünde geleistet hast, ist auch nicht in Ordnung. Die 4.500 Pesos waren für Dich zwar eine Kleinigkeit, - denn Du hast solche Beträge täglich beim Fenster hinausgeworfen, für Blödsinniges, das Du unbedingt haben wolltest, - aber für diese arme Frau mit Mindestlohn, die halbtags noch arbeiten und ihre Kinder allein zurück lassen musste, um überhaupt über die Runden zu kommen, - für sie waren diese 4.500 Pesos der Lebensunterhalt für ganze drei Tage, ihr Kapital für das Essen und Trinken der ganzen Familie für diese drei Tage.“

Und wissen Sie, was das Schlimmste und am meisten Beeindruckende dabei war, wie mir der HERR diese Szene sehen ließ: Ich konnte nämlich mit eigenen Augen sehen, wie diese Frau mit ihren Kindern wirklich darunter zu leiden hatte und wie diese Familie einige Tage echten Hunger zu ertragen hatte.

Alles nur durch meine Schuld. Folgen meiner Sünde. Diese Frau erduldete dies alles mit ihren kleinen Kindern und musste zusätzlich noch Angst haben, ihre Arbeitstelle an der Supermarkt-Kassa zu verlieren.

Denn so weist unser HERRGOTT im „Buch des Lebens“ auf unser Verhalten hin. Er zeigt uns, wann wir etwas getan haben, wer unter dieser unserer Tat zu leiden hatte, wer die Folgen zu tragen hatte, zu welchen Taten der in Mitleidenschaft gezogene Mitmensch dadurch angestiftete wurde, und wie der- jenige sich danach verhalten oder was er dann getan hat.

Die Abschluss-Frage

Abschließend fragte mich der HERRGOTT:

„Welche spirituellen Schätze bringst Du MIR mit?“

Ich denke mir noch: „Was meint ER wohl mit spirituellen Schätzen?“ Ich stand ja mit leeren Händen vor IHM, meine Hände waren ja ohne irgendwas, sie hingen mir einfach ohne etwas zu halten oder zu tun, von der Schulter herunter. Und in diesem Moment höre ich, wie ER zu mir spricht:

„Was nützt es Dir nun, dass Du zwei Eigentums-Wohnungen hattest, dass einige Häuser Dein Eigentum waren, dass Du sogar mehrere Ordinationen Dein Eigen nennen konntest? Was nützt es Dir nun, dass Du Dich für eine hoch gebildete Fachärztin für Zahnheilkunde gehalten hast, die sehr erfolgreich war?

Konntest Du auch nur ein Staubkorn eines Ziegels Deiner Bauten hierher mitbringen. Hast Du vielleicht Deine prall gefüllte Geldbörse, oder Dein dickes Scheckheft dabei?“

Und als ER mich dann noch fragte:

„Was hast Du mit den Talenten angestellt, die ICH Dir gegen hatte?“,

dachte ich mir: „Was meint ER wohl für Talente? Was will ER damit sagen?“ Und auf einmal nahm ich es wahr. Es wurde mir bewusst. Ja, ich hatte einen Auftrag bekommen, den Auftrag, das „Reich der LIEBE“, das „Reich GOTTES“, zu verteidigen und zu vergrößern.

Ich hatte einfach ganz vergessen, dass ich auch eine Seele besaß, und noch viel weniger erinnerte ich mich, dass ich auch Talente bekommen hatte. Und schon gar nicht war mir bewusst, dass eines dieser Talente die Fähigkeit war, dass ich das Werkzeug der Göttlichen Barmherzigkeit sein sollte, dass ich als SEINE barmherzige Hand fungieren sollte. Und so gab ich mir auch nicht Rechenschaft, dass alles Gute, das ich unterlassen habe und eben nicht getan habe, dem HERRGOTT große Schmerzen und viel Kummer bereitet hat.

Die LIEBE GOTTES

Denn Ihr müsst wissen, was mich der HERR immer und immer wieder fragte! ER sprach mich immer wieder auf die LIEBE an, auf die selbstlose, an keine Bedingung gebundene Liebe. Und deswegen kam auch immer wieder das Fehlen dieser LIEBE, dieser „CARITAS“, dieser Wohltätigkeit, dieses weiten Spektrums der Christlichen Nächstenliebe zu Tage.

Diese Abwesenheit SEINER Göttlichen Liebe, die ER uns allen als Auftrag und Talent, in die Wiege gelegt hatte, war kurz zusammen gefasst, das Ergebnis, die Zusammenschau aller Ereignisse meines bisherigen Lebens.

Und dann erklärte ER mir: „Weißt Du, Dein spiritueller Tod, das Absterben Deiner Seele, begann…“. Und ich sah nun ganz deutlich: Ich war zwar noch am Leben, ich atmete noch, aber eigentlich war ich schon tot; meine Seele war schon gestorben; sie war erstickt.

Wenn Sie nur selbst gesehen hätten, was der „spirituelle Tod“ ist. Was es heißt, die Seele ist abgestorben, erstickt. Sie hätten sehen sollen, wie eine Seele aussieht, die nur mehr HASS empfindet. Welches Schaudern und welcher Schreck von einer solchen Seele ausgeht, die nur mehr verbittert, lästig und unerträglich ist.

Sie denkt die ganze Zeit nur daran, wie sie der ganzen Welt weitere Bosheiten antun kann. So schaut dann eben eine Seele aus, wenn sie voll mit schweren Sünden belastet ist. Meine Seele ist ein Beispiel dafür.

Nach außen habe ich angenehm geduftet und war mit teuren Kleidern behangen, aber meine Seele hier drinnen hat entsetzlich gestunken und hat sich nur in den Abgründen der menschlichen und dämonischen Bosheiten herumgetrieben.

Es ist nur ganz verständlich und zu Recht, dass ich all die Depressionen hatte und die Verbitterung von mir Besitz ergriff. Und ER erklärt mir folgendes:

„Dein spiritueller Tod hat nämlich schon damit begonnen, wie Dir Deine Mitmenschen und deren Leid vollkommen egal wurde. Wie Du einfach keine Gefühle mehr für sie hattest.

Es war eine Mahnung von MIR und es sollte Dir eine Warnsignal sein, als ich Dir die Leiden Deiner Mitmenschen vor Augen führte – bei so vielen Gelegenheiten und in allen Teilen der Welt. Oder wenn Du im Fernsehen oder anderen Kommunikations-Medien sehen konntest, wie Leute entführt, getötet, von Bomben zerfetzt und vertrieben wurden, hattest Du oft nur einen oberflächlichen Kommentar auf Deinen Lippen, wie: ‚Ay! Diese Armen Menschen! Was für eine Sünde wird an ihnen begangen!’

Aber die Leiden Deiner Mitmenschen haben Dich gar nicht berührt, sie sind in Dein versteinertes Herz nicht eingedrungen, ihr Schicksal ist an Dir abgeprallt. Im Deinem Herzen hast Du also gar nichts gespürt! Dein Herz war steinhart, ein eiskalter Fels. Deine Sünden hatten Dein Herz versteinert, hart und kalt gemacht!“

Und als nun mein „Buch des Lebens“ geschlossen wurde, können Sie sich sicherlich vorstellen, welche Scham und Traurigkeit mich überkam.

Aber dazu kam noch, - und dieser Schmerz war noch größer, noch unerträglicher, - dass ich größte Reue darüber empfand, wie schlecht und undankbar ich mich in meinem Leben meinem Schöpfer, GOTT VATER, gegenüber verhalten hatte.

Denn trotz aller meiner schweren Sünden, trotz meines ganzen unreinen Geistes und meiner großen Gleichgültigkeit, trotz meiner Lauheit und all meinen entsetzlich grausigen Gefühlen gegenüber meinen Mitmenschen, hat der HERRGOTT mich immer und sogar bis zum letzten Moment gesucht, ist mir nachgegangen und hat auf ein Zeichen meines Willens zur Umkehr und Rückkehr gewartet.

Immer wieder hat ER Personen geschickt, die meinen Lebensweg kreuzten und seine Instrumente waren, um mich zu bewegen, nachzudenken und zu IHM zurückzukommen. Auf diese Weise hat er zu mir gesprochen, hat auf SICH aufmerksam gemacht, hat mich dadurch – oft ganz laut – gerufen.

Er hat mir viele Dinge auch weggenommen, um mich zum Nachdenken zu bewegen. Er hat mir Prüfungen und schwere Zeiten geschickt. Er hat mir große Enttäuschungen wie Knüppel zwischen die Beine geworfen. All das hat er laufend getan, nur um mich wieder zurück zu gewinnen, mich auf den rechten Weg ins Vaterhaus zu bringen. ER hat bis zum letzten Moment wirklich alles versucht und auf ein Zeichen von mir gewartet.

ER hat meinen freien Willen aber nie gebrochen. Ich sollte all SEIN Rufen und Warten erkennen, und dann die richtige Entscheidung aus freiem Willen treffen.

Wissen Sie, wer und wie GOTT, unser aller VATER, ist? Er steht wie ein Bettler am Rand unseres Lebensweges. Und wie ein Bettler eben fleht ER uns immer wieder an, läuft uns nach, ist oft auch lästig;

ER weint und sucht unser versteinertes Herz zu erweichen, und ER ist traurig bis in SEIN Heiligstes Herz hinein, wenn ER so oft erleben muss, wie wir IHM nur die kalte Schulter zeigen und IHN einfach nicht beachten, oder auch nur so tun, als würden wir IHN nicht bemerken. ER erniedrigt sich so oft und so vielfach – genau so wie ER sich am Kreuz erniedrigt hat – nur um zu erreichen, dass wir uns bekehren und unsere Leben ändern, zu IHM ins Vaterhaus zurückkehren.

Und als ich zu IHM sagte: „Höre zu, Mein HERR, DU hast mich verdammt!“ – war ich mir schon wieder bewusst, welche Frechheit ich da von mir gab. Natürlich stimmte das wieder einmal nicht, denn nicht ER hat mich verdammt, sondern ich habe das schon alles selbst verursacht. Es wurde mir klar, dass ich nach Lust und Laune – in der Freiheit des menschlichen Geschöpfs, die GOTT immer achtet - die Entscheidungen getroffen habe. Ich habe mir meinen VATER und meinen Clan ausgesucht.

Und der Vater, den ich für mich auserwählt habe, war nicht GOTT VATER, sondern ich habe mir den SATAN, den TEUFEL zum Vater und Führer meines Lebens genommen. Nach seinem Willen und seinen Lügen habe ich mein Leben ausgerichtet. Er und sein Blendwerk war der Sinn meines armseligen Lebens.

Und wie nun mein „Buch des Lebens“ zugemacht wird, stelle ich im Geiste fest, dass ich noch immer mit dem Kopf nach unten am Rande eines grausigen, finsteren Schlunds hänge. Und es wir mir der Gedanke zur Sicherheit, dass ich, ohne mich wehren zu können, unwiderruflich in dieses dunkle Loch fallen werde, wo ich mir am Ende ein Tor vorstelle, durch das ich dann in die „Ewige Finsternis“ auf Nimmerwiedersehen eintreten werde.

Und so begann ich verzweifelt mit aller Kraft zu schreien und zu rufen. Ich flehte zu allen Heiligen, dass sie mich retten sollen. Und Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Heilige mir auf einmal eingefallen sind. Ich hatte gar nicht gewusst, dass ich so viele Heilige und deren Namen kannte. Ich war ja eine so laue, ja mehr noch eine wirklich schlechte Katholikin.

Aber in diesem Moment ging mir nur durch den Kopf, gerettet zu werden. Und es war mir ganz egal, ob der Heilige Josef, der Arbeiter, oder der Heilige Franziskus von Assisi, oder sonst ein angerufener Heiliger mich retten würde. Hauptsache war, ich würde gerettet. Zu guter Letzt gingen mir die Namen der Heiligen aus, die ich anrief. Es fiel mir eben keiner mehr ein, und es war auf einmal wieder totenstill.

Und diese Stille ließ mich wieder meine unbeschreibbaren Schmerzen spüren. Ich empfand eine Leere, die trostlos war. Ich fühlte mich einsam und komplett verlassen. Und ich konnte nur daran denken, dass auf Erden alle Menschen sicherlich an mich denken und dabei nur „meinen Ruf der Guten, Schönen und Heiligen“ in ihrem Kopf haben. Diesen Ruf hatte ich mir durch meine, von mir selbst geschaffene Scheinwelt ja vorsätzlich aufgebaut.

Sie trauerten alle um mich, redeten über meine „Heiligkeit“, warteten auf meinen Tod, um dann ihre „Heilige“, die sie ja im echten Leben persönlich gekannt hatten, anzurufen und um dieses oder jenes „Wunder“ zu bitten.

Und schaut nur her, in welcher misslichen Lage ich war. Niemand von diesen trauernden Menschen auf Erden, die auf meinen Tod warteten, - nicht einmal meine ärgsten Feinde – hätten sich vorstellen können, in was für einer hoffnungslosen Situation ich mich befand – nämlich ganz kurz vor der Ewigen Verdammnis, vor dem Abmarsch in die Hölle, an deren Existenz die meisten dieser trauernden Menschen ja gar nicht mehr glaubten.

Und wie mir diese Gedanken so durch den Kopf gingen, und ich dazu immer nur meinen Kopf verneinend hin und her bewegte – zum Zeichen Unverständnisses über diese Diskrepanz zwischen meiner Lage und den Trauergedanken der Hinterbliebenen, da erhebe ich meine Augen nach oben, sehe die Augen meiner Mutter und unsere Blicke treffen sich. Wir schauen uns an, schauen uns direkt in die Augen.

Und unter großen Schmerzen rufe ich meiner Mutter zu:

„Mami! Was für eine Schande. Sie verdammen mich. Dorthin, wo ich jetzt gehen muss, werde ich nie mehr zurückkommen und wir werden uns nie wieder sehen können.“

In diesem Augenblick wird meiner Mutter eine große, wunderbare Gnade gewährt. Sie war ja die ganze Zeit ganz unbeweglich und starr. Und auf einmal wird es ihr gestattet, ihre zwei Finger nach oben zu erheben und sie macht mir damit eindeutige Zeichen, auch nach oben zu schauen.

Und im gleichen Augenblick fallen von meinen Augen zwei große Krusten ab, die mir unvorstellbare Schmerzen bereiteten und die der Grund für meine geistige Blindheit waren. Sie fallen also von mir ab, und ich sehe plötzlich etwas unbeschreiblich Schönes, in der Mitte unseren HERRN JESUS CHRISTUS.

Zugleich kommt es mir in den Sinn, wie eine meiner Patientinnen einmal mir gesagt hat:

„Schauen Sie Frau Doktor, und schreiben Sie sich das hinter ihre Ohren. Sie sind sehr materialistisch eingestellt, aber eines Tages werden sie sich erinnern und an das denken, was ich Ihnen jetzt sage. Ja, sie werden es sogar bitter nötig haben. Wenn Sie in größter Gefahr sind, der sie nicht mehr entrinnen können. Es ist dabei gar nicht wichtig, welcher Art diese Gefahr ist. Wenn Sie also in dieser Situation sind, dann rufen Sie einfach Unseren HERRN JESUS CHRISTUS an und bitten IHN, dass ER sie mit SEINEM Kostbaren, Heiligen Blut bedecken und schützen möge. Auf diese Art und Weise wird ER sie nie und nimmer verlassen oder allein lassen. Denn ER hat mit SEINEM Kostbaren, Heiligen Blut das Lösegeld auch für Sie und Ihr Seelenheil bezahlt!“

Und in größter Reue und Scham, mit großen Schmerzen in meinem Herzen begann ich aus vollsten Lungen zu schreien:

„HERR JESUS CHRISTUS, hab Mitleid mit mir! Vergib mir! HERR, gewähre mir doch eine zweite Gelegenheit!“

Und daraufhin erlebe ich den schönsten Moment dieser ganzen Geschichte. Es fehlen mir einfach die Worte, um diesen Augenblick richtig zu beschreiben. ER, Unser HERR JESUS CHRISTUS, kommt herunter und holt mich aus diesem schwarzen, grausigen Schlund, aus diesem Angst erregenden Loch heraus.

Und als ER mich abholte und bei der Hand nahm, sind all diese Ungeziefer, diese schlutzigen, ekelerregenden Viecher und diese brennenden Flecken, die ich vorher spürte, von meinem Körper abgefallen und der ganze Boden unter mir war voll mit diesem Unrat.

ER hebt mich also nach oben und bringt mich zu dieser ebenen Stelle, die ich schon vorher beschrieben habe. Und mit dieser unermesslichen, einfach mit menschlichen Worten nicht auszudrückenden Liebe sagt ER zu mir:

„Du wirst zurückkehren auf die Erde, Du wirst Deine zweite Chance bekommen…“

– aber er sagt dabei auch sehr ernst:

„Aber diese Gnade der Rückkehr bekommst Du nicht wegen der vielen Gebete Deiner Freunde und Familienangehörigen. Denn es ist ja zu erwarten und ganz normal, dass Deine eigene Familie und die Leute, die dich schätzen, für Dich beten und MICH deinetwegen anflehen. Sondern Du kannst zurückkehren wegen der Gebete von so vielen Menschen, die nicht von Deinem Fleisch und Blut sind, und die nicht zu Deiner Familie zählen. So viele Dir ganz fremde Menschen haben bitterlich geweint, mit zerbrochenem Herzen und aus tiefster Seele zu MIR gebetet und haben mit einem Gefühl größter Liebe und Zuneigung für Dich Ihr Herz zu mir erhoben.“

(Vergleiche: Heilige Messe „Erhebet die Herzen“ – „Wir haben Sie beim HERRN“)

Und in diesem Augenblick sehe ich, wie eine Unzahl von Lichtern, wie kleine weiße Flammen, die voll mit selbstloser, reiner Liebe sind, zu leuchten beginnen. Und ich sehe plötzlich alle Personen, die für mich beteten.

Aber eine dieser Flammen war besonders groß, unter allen anderen herausragend und leuchtend, die mehr Licht ausstrahlte als alle anderen. Es war die Flamme der Person, die am meisten selbstlose, wahre Nächstenliebe in ihr Gebet hineingelegt hatte.

Ich interessierte mich also, zu sehen, wer dieser Mensch war, der unbekannterweise so viel Liebe für mich aufgewandt hatte. Und da sagte der HERR zu mir:

„Dieser Mensch, den Du dort siehst, ist eine Person, die so innige und große Zuneigung und zärtliche Liebe für Dich empfunden hat, obwohl ihr miteinander vollkommen unbekannt und fremd seid, wie es für einen Menschen kaum vorstellbar ist.“

Und der HERR zeigte mir, wie das alles passierte. Dieser arme Mann indianischer Herkunft lebte auf dem Lande am Fuß der „Sierra Nevada de Santa Marta“. Es war ein armer und sehr einfacher Landbauer. Er ging zur Heiligen Messe ins Dorf hinunter und war mit einer Inbrunst bei der Messe dabei, wie man es ganz selten sieht. Er hatte zwei Geldscheine bei sich – einen mit 10 und einen anderen mit 5 damaligen Währungseinheiten. Können Sie sich vorstellen, dass er bei der Opferung nicht den 5-er-Schein, sondern trotz seiner Armut den 10-er-Schein beim Absammeln des Messners hergegeben hat.

Und nach der Messe hat er sich mit dem wenigen übrig gebliebenen Geld, noch etwas Brot und Käse gekauft. Diese Lebensmittel wurden ihm – wie es auf dem Land üblich ist – in altes Zeitungspapier vom Vortag (Es war eine Ausgabe der kolumbianischen Tageszeitung „El Espectador“) eingewickelt.

Als er nun auf dem Heimweg etwas davon essen wollte und diese Brötchen auspackte, sah er auf der Titelseite dieser Ausgabe des „Espectadors“ vom Vortag das Foto von meinem verkohlten Körper, wie er so auf der Straße lag.

Als dieser einfache Mann dieses Foto sah, dessen Bildunterschrift und dessen dazu gehörenden Zeitungsartikel er nicht einmal lesen konnte und sich dazu in aller Eile auch gar keine Zeit nahm, fiel er mit den Knien zu dem Boden und begann so bitterlich und Herz zerreißend zu weinen. Er machte das mit einer so großen, innigen, selbstlosen und kindlichen Liebe und Zuneigung, und er sprach dabei mit weinerlicher Stimme folgendes Gebet:

„VATER im Himmel, mein HERR und GOTT, hab doch Erbarmen mit meinem Schwesterchen. HERR, rette sie, HERR, hilf ihr, HERR, lass sie nicht zugrunde gehen, HERR schaue gnädig herab und nimm Dich ihrer an. Wenn Du mein Schwesterchen rettest, verspreche ich Dir, dass ich zu Fuß zum Heiligtum von Buga (ein Marien-Wallfahrtsort im Südwesten von Kolumbien) pilgern werde, und ich werde dieses Versprechen ganz sicher einlösen, aber komm Du meinem Schwesterchen zu Hilfe, und rette sie!“

Stellen Sie sich das einmal vor! Ein ganz einfacher und armer Landbauer, der nicht gegen GOTT geschimpft und geflucht hat, weil er Hunger und Durst zu ertragen hatte. Und der einfach ein unvorstellbares Fassungsvermögen für die wahrhaftige, selbstlose, echte Liebe hatte; bietet dem HERRN an, unser großes Land zu durchqueren, um die versprochene Wallfahrt zu machen, für jemanden, den er überhaupt nicht kennt und noch nie im Leben getroffen hat.

Und der HERR erklärt mir:

„Siehst DU nun! Das nenne ich Nächstenliebe!“

(…) und gleich darauf spricht er folgendes zu mir:

„Du wirst zurückgehen auf die Erde. Aber Du wirst dieses Erlebnis nicht nur 1,000 Mal, sondern 1,000 x 1,000 Mal erzählen. Und es wird dabei Menschen geben, die sich nicht ändern werden, obwohl sie Deine Geschichte gehört haben. Und solche Personen werden dann aber mit noch strengeren Maßstäben gerichtet werden. So wie auch bei Dir, bei Deiner nächsten Ankunft werden strengere Maßstäbe für Dein Gericht gelten.“

Auch die Gesalbten, das sind die gottgeweihten Priester des HERRN werden nach strengeren Richtlinien beurteilt werden. Und jeder von denen, die von den vom Herrn gewirkten Wundern dieser Welt Kunde erhalten hat und darum wusste, wird einen strengeren Maßstab zu spüren bekommen. Denn es gibt keinen schlimmeren Taubstummen, als den, der einfach nicht hören will. Und es existiert keine ärgere Blindheit, als die derjenigen Person, die einfach nicht sehen will.

Und alles, was ich Ihnen nun heute hier erzählt habe, meine lieben Schwestern und Brüder im HERRN, ist keine Drohung oder Drohgebärde, auch keine Erpressung, denn unser HERRGOTT hat es nicht nötig, uns zu drohen oder uns zu erpressen.

Das, was Sie heute hier zu Gehör bekommen haben, oder was Sie gerade gelesen haben, ist
Ihre zweite Chance, ist Ihre Gelegenheit, die wir alle, Sie und ich, nur der unermesslichen Güte Unseres GOTTES zu verdanken haben.

Nützen Sie dieses Angebot. Vielleicht ist es ja auch Ihre letzte Gelegenheit dazu. Und Dank diesem Unserem Gütigen GOTT, habe ich das überlebt, was ich erlebt habe. Und so kann ich Ihnen durch die Gnade GOTTES davon berichten.

Denn wenn Ihnen „Das Buch des Lebens“ aufgeschlagen wird, jedem einzelnen von Ihnen, nämlich dann wenn auch jeder von Ihnen in die Ewigkeit hinüber geht, wenn er stirbt, werden wir alle jeweils diesen ganz gleichen Prozess erleben, und wir werden uns alle so sehen, wie wir wirklich sind, ohne Beschönigungen, mit dem einzigen Unterschied, dass wir auch gegenseitig unsere tiefsten Gedanken und die geheimsten Gefühle in der Gegenwart GOTTES sehen und kennen werden.

Alles wird offenbar und nichts wird geheim bleiben oder unter den Tisch gekehrt. Und das Schönste wird dabei sein, dass jeder von uns direkt vor dem HERRN stehen wird, und wir werden – und zwar jeder einzelne von uns allen hier – wir werden Angesicht zu Angesicht IHM gegenüber stehen.

Und immer und immer wieder wird ER uns „bettelnd bitten“, dass wir uns bekehren, dass wir ins Vaterhaus zurück kehren, zu IHM heim kommen, damit wir neu beginnen und mit IHM und durch IHN neue Geschöpfe werden, denn ohne SEINE HILFE ist uns dies einfach gar nicht möglich.

Sra. Gloria POLO
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Möge der HERR, unser GOTT, Sie alle, Euch alle in reichem Maß mit SEINEM SEGEN und SEINER GNADE überhäufen.

Die EHRE sei GOTT dem VATER, der uns erschaffen hat und uns mit großer Zärtlichkeit lieb hat;

Die EHRE sei GOTT dem SOHN, Unserem HERRN JESUS CHRISTUS, der uns durch SEIN Leiden am Kreuz von aller Sündenschuld erlöst hat und uns von allem Sündenschmutz durch SEIN Kostbares, Heiliges Blut reingewaschen und losgekauft hat;

und die EHRE sei dem HEILIGEN GEIST, der uns heilig macht, der uns stärkt durch die Kraft SEINER Gaben, der uns tröstet und beisteht, bis dass DU, o HERR, wiederkommst, wie DU es uns versprochen hast – KOMM HERR, lass anbrechen die STUNDE, die alles neu macht und DEIN REICH errichtet. Mach alles neu und errichte DEIN REICH der LIEBE und des FRIEDENS. Amen.


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Dieses Zeugnis wurde aus dem Spanischen Original ins Deutsche übersetzt. Es kann frei verbreitet, kopiert und verwendet werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

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Ausschnitt aus einem Vortrag von Gloria Polo:


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