Das Zeugnis von Catalina


Vorwort:

Übersetzung des spanischen Originalbriefes von Erzbischof René Fernandez Apaza

Mons. René Fernández A.                Tel. 4-4523948 Fax: 4-523521
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Durch die Lektüre des Inhalts dieser Broschüre, wo Catalina ihre geistlichen Erfahrungen angesichts des Schmerzes über den Tod ihres Bruders und ihrer Mutter beschreibt, sind wir auf eine Reihe von heilbringenden Lehren über die unbegrenzte Barmherzigkeit GOTTES im bedeutendsten Augenblick des Lebens gestoßen.

Einerseits bringt sie uns dazu, uns über den Sinn des Todes Gedanken zu machen, der nach der Göttlichen Offenbarung der endgültige Schritt von unserem menschlichen Leben zum anderen, übernatürlichen Leben ist, den GOTT selbst festgesetzt hat, und der das Ziel und die Bestimmung für alle ist, da wir alle, und zwar ohne Ausnahme, dem Tod unterworfen und für ein danach kommendes neues Leben bestimmt sind. In diesen Zeilen wird vor allem die Vergebung herausgestrichen, die GOTT denen zugute kommen lässt, die mit einem zerknirschten und reumütigen Herzen, auch wenn es im Augenblick des letzten Atemzuges ist, ihre Sünden bekennen und die Göttliche Barmherzigkeit anflehen, genauso wie es dem guten Schächer zuteil geworden ist, der neben dem Kreuz gekreuzigt wurde, an das CHRISTUS im Todeskampf genagelt war, und als Belohnung dafür, dass er seine Schuld bekannte und die Göttliche Barmherzigkeit anrief, das Paradies in Empfang genommen hat.

Die Tatsache des Todes von sehr geliebten Menschen erfüllt uns mit einer tief greifenden Bitterkeit, aber der Glaube, die Sicherheit der Auferstehung lindert unseren Schmerz und verwandelt ihn in eine spirituelle Freude und gibt uns einen tiefen Frieden des Geistes.

Der Bericht von Catalina bringt uns dazu all diese Aspekte in Betracht zu ziehen, die ohne jeglichen Zweifel unseren Weg zum endgültigen Zielpunkt unseres Lebens wesentlich beeinflussen werden. GOTT wartet auf uns alle, aber nicht alle verdienen sich die Göttlichen Gnaden und Gaben.

Die Darstellung über die Zeit des Todeskampfes ihrer Mutter, auch wenn es ein Augenblick des tiefen Schmerzes war, zeigt es sich trotzdem als ein großartiger Moment, der durch die Gegenwart des HERRN ausgezeichnet wird, DER nur darauf wartet, sie zusammen mit dem Chor der Engel, die sie in diesem wichtigsten Moment umgeben, in SEINEM Heiligen Reich zu empfangen.

Wenn schon der menschliche und vergängliche Siegestaumel einen, der den Sieg erreicht, mit tiefer Befriedigung und Freude erfüllt, um wie viel mehr wird die Seele von unendlicher Freude erfüllt werden, wenn sie weiß und selbst erfährt, dass zum Todeszeitpunkt sich der Sieg über eben diesen Tod offenbart.

Und das ist die Schlüsselszene, den uns der Bericht Catalinas miterleben lässt, die im Angesicht des Schmerzes und der Bedrückung durch den Tod der so sehr geliebten Mutter, eine tiefe Freude erfährt und fühlt, da sie sicher weiß, dass diese Frau, die sie selbst zur Welt gebracht hat, von dieser Erde in die Ewigkeit hinübergeht, in Begleitung unseres HERRN JESUS CHRISTUS, der Jungfrau Maria, unserer Mutter, und der Engel GOTTES, um dort die Siegeskrone in Empfang zu nehmen.

Möge GOTT in SEINER unendlichen Barmherzigkeit uns eine tiefe Reue über unsere Sünden gewähren und uns die Vergebung schenken, damit wir eine Heilige Todesstunde haben können. Alles, was Catalina in diesen Zeilen zum Ausdruck gebracht hat, wird jeder Person, die es mit Aufmerksamkeit und ohne Vorurteil liest, eine Bestärkung und ein volles Vertrauen in die Göttliche Barmherzigkeit einflösen; gleichzeitig dient es aber auch dazu, in höchstem Maß die Notwendigkeit zu erkennen, die Allianz mit GOTT, den Bund mit unserem VATER im Himmel durch das Sakrament der Versöhnung, durch die persönliche Beichte, wieder herzustellen.

All diese Überlegungen veranlassen mich dazu, diese kleine Broschüre, die sicherlich wertvolle geistliche Früchte bringen wird, zur erbauenden Lesung allen Menschen guten Willens zu empfehlen.
(Unterschrift auf dem Original)

+ + René Fernández A.
EMERITIERTER ERZBISCHOF VON COCHABAMBA




Lieber Leser, Bruder in Christus:

In Deinen Händen hältst Du den Erfahrungsbericht einer Schwester von Dir, die Dich im Auftrag des HERRN an Erlebnissen teilhaben lässt, die für das Seelenheil aller Menschen von weitreichender Bedeutung sind.

Wir, die wir ihre Erfahrungen und mystischen Erlebnisse schon seit einigen Jahren mitverfolgen und auch miterleben dürfen, können den Ursprung und die Gültigkeit bzw. Wahrhaftigkeit des Folgenden nur vollinhaltlich bestätigen. Wir sind fest davon überzeugt, dass dieses göttliche Geschenk der Notwendigkeit entspricht, dem heutigen Menschen eine weitreichendere Information über Themen zu geben, die vom modernen Denken nur äußerst oberflächlich behandelt werden.

Der Tod besteht nicht in der Auslöschung des Lebens, sondern ist vielmehr die Geburt zum Ewigen Leben.

Aber der Mensch rebelliert dagegen, er lehnt ihn ab und in vielen Fällen weist er ihn zurück und zeigt damit eine unzureichende Vorbereitung, um die Trennung der Seele vom irdischen Leib zu erleben, die über das Schicksal seiner Seele endgültig bestimmt, um eben in der Ewigkeit an der Seite GOTTES zu leben, oder sich endgültig von IHM zu entfernen.

Und es darf nicht vergessen werden, dass diese Aussicht seit seiner Erschaffung in die Seele eines jeden Menschen eingeschrieben steht, ob er nun gläubig ist oder nicht.

All diese Zusammenhänge erinnern uns mahnend daran, wie wichtig es ist, in der Gnade GOTTES zuleben, uns ohne Furcht in die liebevolle Umarmung JESU CHRISTI zu begeben mittels der Instrumente, die ER selbst eingesetzt hat:

Die Beichte, die Eucharistie, die Krankensalbung usw. also Sakramente, die uns heilen, uns heiligen und uns wiederum in den Stand der Gnade versetzen. Und aus diesem wichtigen Grund laden wir einfach alle ein, nicht mehr länger zu warten, um zum HERRN zurückzukehren ... Kommt eilend zu den Quellen der Gnade, schaut wiederum betrachtend auf zum Kreuz und verbeugt euch in aller Demut vor JESUS, dem GOTT der Liebe, der nur auf die Rückkehr SEINER Kinder wartet, dass sie heil und gesund ins Haus des VATERS zurückkehren.

Die Herausgeber



ERSTER TEIL:


Der Tod, Schmerz und Hoffnung

-GOTT aber sagte zu ihm: "Du Tor,noch diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern!
Wem wird dann das gehören, was du aufgehäuft hast?" So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt, statt reich zu werden bei GOTT. (Lukas 12, 20-21)


Kapitel 1

Die Liebe klopft an meine Tür


Am Ende des Monats Mai 2003 besuchte ich in Begleitung meines geistlichen Leiters und eines sehr befreundeten Ehepaares die Stadt "Orange County" (L.A.) in den Vereinigten Staaten (USA), um ein versprochenes Treffen zu erfüllen.
Am Ende des Monats Mai 2003 besuchte ich in Begleitung meines geistlichen Leiters und eines sehr befreundeten Ehepaares die Stadt "Orange County" (L.A.) in den Vereinigten Staaten (USA), um ein versprochenes Treffen zu erfüllen.

Zu dieser Zeit war meine Mutter schon sehr krank, und der HERR forderte mich auf, ich solle mich damit befassen, die Trauer für meine Familie vorzubereiten. Daraufhin erkundigte ich mich per Telefon zuhause über den Gesundheitszustand meiner Mutter, und ich erfuhr, dass sie bei guter Gesundheit wäre; außerdem wurde ich während dieses Telefonats davon informiert, dass mein Bruder Carlos zu uns nachhause kommen werde, um uns in diesen für alle sehr schwierigen Tagen Beistand zu leisten.

Die Tatsache, dass ich für meine Familie schwarze Trauerkleidung kaufen musste, war für mich eine ganz besondere Erfahrung, da es sich ja um das Sterben und den Tod eines Menschen handelte, den ich sehr gern hatte; und in diesem speziellen Fall, dachte ich dabei vor allem an meine Mutter.

Die Art und Weise, wie mir der HERR die Richtung vorgab, brachte mich zur Einsicht, meinen Geist, meinen Gemütszustand und auch den meiner Familie auf das unausweichlich Kommende vorzubereiten.

Tage zuvor hatte der HERR von uns, meinem geistlichen Leiter und mir, verlangt, wir sollten einen ganzen Monat lang eine Stunde während der Nacht Anbetung vor dem Allerheiligsten halten zur Sühne für unsere Sünden, für die Sünden unserer Familienangehörigen und für die Sünden der ganzen Welt.

Am 6. Juni 2003, zwei Tage vor dem Pfingstfest, diktierte mir der HERR wie schon so oft einige Stellen der Heiligen Schrift, damit wir über diese Bibelstellen unsere Betrachtungen machen sollten. Und daran anschließend ergänzte der HERR noch:

-"Suche dir eine Hilfe für die Erledigungen des Haushaltes für den kommenden Samstag; denn ICH brauche dich fast gänzlich in Kommunion mit MIR."

Ich habe es so verstanden, dass der HERR wollte, dass ich mich nicht mit anderen Angelegenheiten beschäftigen sollte;ich sollte also ganz für IHN da sein und IHM zur Verfügung stehen, um zu beten und darauf zu warten, dass ER zu mir spreche. Gleichzeitig erfuhr ich, dass mein Bruder Carlos wahrscheinlich doch noch nicht zu uns kommen könnte, da er ein Problem mit seinen Nieren bekommen hatte.

Am 7. Juni 2003 morgens, am Vortag des Pfingstfestes sagte der HERR anschließend an das Gebet der "Laudes":

- "Ich will euch ganz zu meiner Verfügung haben, denkt nicht an andere Angelegenheiten, ich zähle auf euch und lasst es zu, dass alle übrigen das erledigen, was sie sich vorgenommen haben. Es ist jetzt sehr wichtig, dass Du es verstehst, mit Ruhe und Starkmut zu handeln. Das Wichtigste ist die LIEBE, die man in alles, was man macht, hineinlegt ..."

Während unserer Morgengebete erhielten mein geistlicher Leiter und ich den Besuch einer Person, die sich unseren Gebeten anschloss. Etwas später kam mein Sohn, um den vorher erwähnten Besucher abzuholen, und er brachte die schreckliche und unerwartete Nachricht, dass mein Bruder Carlos in meinem Heimatland (Bolivien) verstorben sei. Eilig begab ich mich vor das Allerheiligste und begann zu weinen und sagte dabei zum HERRN, warum ER meinen Bruder in einem Moment zu sich geholt habe, in dem dieser darauf noch gar nicht vorbereitet war; ich dachte nämlich bei mir, dass es so wäre!

Ich war in großer Sorge um ihn, da mein Bruder, der geschieden war, sich wiederverheiratet hatte und aus diesem Grunde nicht den HERRN in der Heiligen Kommunion empfangen durfte. Dieser Zustand hat ihn sehr belastet, da er nämlich schon begonnen hatte, sich unseren Gruppierungen anzuschließen und sich einem Lebendes intensiven und innigen Gebets zu öffnen.

Leider konnten wir diese Todesnachricht meiner Mutter nicht mitteilen, da sie gerade die letzte Phase ihrer Krankheit durchlebte. So beschlossen wir, dass ich am nächsten Tag zusammen mit meinem Sohn nach Bolivien reisen würde. Ich ging also in mein Zimmer zurück, um für die Seele meines verstorbenen Bruders zu beten. Ich flehte um Barmherzigkeit für ihn, damit er dem Ewigen Leben nicht verloren gehe, und dass meine Gebete rechtzeitig zum Herrn gelangen, um durch IHN die Rettung der Seele meines Bruders zu erreichen.

Die Tröstung durch den HERRN

Unerklärlicherweise begann ich danach einen tiefen Frieden und eine innere Freude zu spüren, die soweit ging, dass ich sogar Lust bekam, zu singen und zu lachen. Ich bin über diese meine Reaktion erschrocken und ich bat den HERRN, er solle mir erklären, was nun mit mir geschah.

Da sagte ER zu mir:

- "Schau MICH an!"

Ich betrachtete das Kreuz neben meinem Bett; es begann zu leuchten und der HERR fuhr fort:

- "Noch einmal sage ICH dir: Siehst du MICH nicht mit den Armen ans Kreuz genagelt vor dir?... Dein Vater und dein Bruder sind schon an MEINER Seite, sie sind bei MIR.. Sie sind bei MIR, weil MEINE Barmherzigkeit sie aufgenommen hat. Dies ist die gute Nachricht und die Freude für dich, er (mein Bruder Carlos- Anmerkung des Übersetzers) ist schon gerettet."

Etwas später, als wir während des Abendessens über den Tod meines Bruders redeten, diktierte uns der HERR eine Bibelstelle: Apostelgeschichte 7, 55-56, die folgendermaßen lautet:

"Er aber blickte voll des Heiligen Geistes unverwandt zum Himmel auf, sah die Herrlichkeit GOTTES und Jesus zur Rechten GOTTES stehen und rief aus: -Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten GOTTES stehen."

Nach dem Lesen dieser Bibelstelle, fühlte ich mich sehr gestärkt und getröstet. Unser Priester feierte an diesem Abend die Messe für das Seelenheil meines Bruders. Und ich hatte den HERRN gebeten, wissen zu dürfen, wie es um die Seele meines Bruders stand und dass ich gerne über ihren Zustand innerlich fühlen und erfahren wollte; und ER, unser HERR, in SEINER unendlichen Barmherzigkeit erlaubte es, in meinem Innern die Stimme meines Bruders zu vernehmen, die zu mir sagte, dass er sehr, sehr glücklich ist.Und diese seine Stimme war voller Freude und wunderbarer Begeisterung.

Am darauf folgenden Tag, dem 8. Juni 2003, begann ich meine Koffer zu packen, da ich ja vorhatte, zum Begräbnis meines Bruders zu fahren. Und gerade in diesem Moment bekam ich Schmerzen im linken Arm und in der Brust. Ich telefonierte also mit meinen Familienangehörigen in Bolivien, und sie gaben mir den Rat, nicht in meine Heimatstadt zu reisen, da in meiner momentanen Situation mein Gesundheitszustand durch die Reise noch schlimmer werden könnte. Und trotz alledem hatte ich den innigen Wunsch, an der Seite meines Bruders zu sein, da er wie ein Sohn zu mir war. Er war ja sechs Jahre jünger als ich und sagte zu mir immer "Mamita".

Wie ich es in solchen Situationen immer mache, legte ich alles einfach in die Hände des HERRN und flehte IHN an, ER solle mich führen. Ich ging also nochmals in das Zimmer meiner Mutter und bat sie vor meiner Abreise um ihren Segen und sagte zu ihr, ich müsse ins Ausland reisen. Aber in diesem Moment begann sie wie noch nie zu weinen und bat mich innigst, nicht abzureisen; und dass sie mich sehr gern habe und mich einfach gerade jetzt bräuchte. Damit begriff ich sofort, dass es der Wille GOTTES war, die Reise nicht anzutreten. Mein Sohn würde eben in meiner Vertretung zum Begräbnis fahren, meine Tochter übernahm auch schon die Vorbereitungen dafür und mein Mann organisierte den Ort für die Trauerfeierlichkeiten.

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen und war schmerzlich, aber ich musste sie so treffen, um die Tage, die für meine Mama die letzten sein würden, an ihrer Seite zu verbringen.


Kapitel 2

Bekehrung, zärtliches Geschenk GOTTES

Erst nach und nach erfuhren wir, dass mein Bruder Carlos,als er in meine Heimat zurückkehrte, nachdem er uns im Monat Jänner 2003 besucht hatte, einen Priester gebeten hatte, ihm die Beichte abzunehmen, indem er aber zugleich dem Priester beteuerte, dass er es verstehen würde, dass er keine Absolution erhalten könnte, er aber trotzdem für seine Sünden in tiefer Reue Buße tun wolle; dass er sich außerdem bewusst war, dass er seine Sünden in der Person des Priesters GOTT bekennen und sich so SEINER unbegrenzten Barmherzigkeit übergeben würde.

Carlos bat den Priester auch um sein Gebet, da er hoffte, in Kürze die Formalitäten abschließen zu können, damit seine Ehe für nichtig erklärt würde. Er sehnte sich danach, in aller Form das Sakrament der Beichte zu empfangen und die sehnlichst erwartete Lossprechung zu erhalten.

Mit großer Sehnsucht wünschte er die Heilige Kommunion zu empfangen, um sich der geistlichen Erfahrung anzuschließen,welche wir alle so tief erlebten. Mit seinem Verhalten und seinen Gesprächen hatte er ja schon begonnen die Irrwege seines vergangenen Lebens wieder gutzumachen.

Später erfuhr ich außerdem, dass er jeden Tag den Rosenkranz mit der Familie betete. Er machte körperliche Übungen wegen der Probleme mit seinem Herzen und während seiner weitläufigen Spaziergänge betete er die restlichen Geheimnisse des Heiligen Rosenkranzes und machte so den ganzen Psalter voll. Jeden Sonntag besuchte er einen Marien-Wallfahrtsort mit seiner Familie, wo er auch an der Heiligen Messe teilnahm. Und nach dem Messopfer verblieb er zusammen mit seinen Lieben noch eine halbe Stunde in Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament.

Traurigerweise kam sein Tod nach einer sehr kurzen, aber sich sehr schnell fortschreitenden Krankheit. Ein Herzstillstand beendete sein Leben. Niemand hatte daran gedacht, dass sein Gesundheitszustand so kritisch war. Und deshalb hat man mehr auf die medizinische Betreuung geachtet. Und so war dann gar nicht mehr genügend Zeit, um geistliche Hilfe zu holen. In seinen letzten Minuten bat seine Frau, er solle beten, und indem ihm eine Träne über sein Gesicht lief, starb mein Bruder.

Du bist nie allein


Am 11. Juni 2003 war ich sehr traurig, vor allem deshalb, da ich einfach nicht weinen durfte, damit meine kranke Mutter es nicht merken würde. Es war für mich sehr schwer, mich mit dem Tod meines jüngeren Bruders abzufinden, und ich fühlte mich allein und verlassen. Ich sah auch wie mein anderer Bruder darunter litt, und musste auch deshalb Stärke zeigen..

Und so geschah es, dass ich meinen Schmerz und meine Trauer wegstecken und auf die Seite schieben musste, um mich mit dem bevorstehenden Tod meiner Mutter zu befassen, denn ich hatte begriffen, dass sie ihre letzten Tage erlebte.

Zwei Monate vorher.. während einer anderen Reise.. überraschte ich meine näheren Freunde damit, dass der HERR meine Mutter am Fest SEINES Allerheiligsten Herzens zu SICH holen werde. Ich hatte diese Idee, dieses Gefühl in meinem Innern, wie wenn es in mein Fleisch eingraviert wäre.

In dieser Nacht des 11. Juni 2003 diktierte mir der HERR, nachdem ich meine Abendgebete verrichtet hatte, folgendes:

"Meine Tochter, in keinem Moment habe ICH dich allein gelassen. ICH wünsche, dass du sehr viel über jene Nächte nachdenkst, in welchen ICH dir erlaubt habe, ein klein wenig das himmlische Paradies zu verkosten.

Denke an die Gemeinschaft der Heiligen und auf diese Weise wirst du dann darauf kommen, dass der scheinbare Abschied von deinem geliebten Bruder sich für deine Familie in eine große Freude verwandeln muss, eine Freude, die euch allen Trost bringen wird. Erinnere dich, dass die Seligen ihr Licht der Seligkeit auf euch herab strahlen, und sei sicher, dass aufgrund dieser kirchlichen Gemeinschaft diejenigen, die euch vorausgegangen und voller Liebe aus dieser Welt geschieden sind, euch mit ihren Gebeten helfen, euch nahe sind, um euch in den schweren Zeiten zu trösten, um euch in den Prüfungen des Lebens zu stärken, um die Hindernisse, die sich auf eurem Lebensweg befinden, wegzuräumen und um euch zu helfen, die hinterlistigen Fallen zu überwinden, die unser gemeinsamer Feind euch gewohnheitsmäßig stellt.

ICH habe dich vorbereitet und habe dich geleitet, um deine Familie in die Trauer zu führen...Hättest du es mit derselben Ergebenheit ertragen, wenn ICH dir gesagt hätte, dass die Trauer für deinen jüngeren Bruder wäre? Und du armes Geschöpf, was hättest du gemacht angesichts des Göttlichen Willens?"


Der Beistand Mariens, unserer Mutter
Und JESUS fuhr fort, indem ER sagte:

- "Es war das Werk MEINER Mutter jene Seele (die Seele meines Bruders Carlos - Anmerkung des Übersetzers) darauf vorzubereiten, dass sie bereit ist, meine Barmherzigkeit zu empfangen. Möge dieser Abschied, dieser menschlich gesehen zu frühe Tod, euch lehren, mit brennenden Öllampen zu leben, indem ihr die alltägliche Heiligkeit sucht. Nicht jene Scheinheiligkeit, die nur den Mitmenschen vorgespielt und eben vor allem der Umgebung sichtbar wird; denn diese Scheinheiligkeit hat in MEINEN Augen keinen Wert, sondern ganz im Gegenteil erfüllt sie MICH nur mit großer Traurigkeit.

Es macht MICH sehr traurig, zu sehen, dass bei vielen Kindern GOTTES, die weit davon entfernt sind, den Glauben zu leben, eine Religiösität vorgespielt wird, die nur dem persönlichen Vorteil dient und Selbstzweck ist... Man führt das Volk hinters Licht, um Macht zu bekommen und mit dieser Macht nach oben zu gelangen; man manipuliert mit eigener Macht die Dinge nach seinem Gutdünken und der momentanen Lust auf die jeweilige Art und Weise wie sie gerade in den Kram passen.

Und was denkt JESUS darüber?

Darüber sollt ihr euch den Kopf zerbrechen, wenn der Stolz, der Hochmut und der Geist des scheinheiligen Kritisierens eure Seele vollkommen einnimmt.

Mein kleines Nichts, opfere MIR diese ganze Last, die deine Kräfte zu übersteigen scheint, auf. Es gibt so viele Seelen, die noch zu retten sind! Während dieser ganzen Woche sollten du und dein geistlicher Leiter eure Stunde der nächtlichen Anbetung halten, und zwar ab dem Priester-Donnerstag, der dem Gedächtnis MEINES Ewigen Priestertums gewidmet ist, bis zum nächsten Donnerstag... Während dieser Stunde sollt ihr euren Rosenkranz beten und sollt ihr MICH mit euren Sühne-Gebeten für all diejenigen trösten, die MEIN Eucharistisches Herz zurückweisen.

(...) Stärkt euch mit dem Gebet; denn in der Stunde, in der ihr vor MEINER Gegenwart Rechenschaft ablegen müsst, werdet ihr ganz allein und nackt sein... mit vollen oder leeren Händen.

(...) Seid großzügig in eurer persönlichen Hingabe und Aufopferung, weit weg von jedem Egoismus, jedem persönlichen Heimzahlen, jeder Unreinheit, jeder Undankbarkeit. Es ist die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, ob er zu dieser Gruppe gehören möchte, oder ob er immer wieder von neuem die Frustration erleben will, MICH in den Dingen betrogen und enttäuscht zu haben, die in Wahrheit für MICH von allergrößter Bedeutung sind.

Es ist äußerst traurig, in jeder Sekunde erleben zu müssen, dass auf Erden das Gebot der Nächsten- liebe durch den Egoismus, den gegenseitigen Neid, den Hass, den Zwist und die Streitereien mit Füßen getreten und zertrümmert wird; und auf diese Art und Weise wird die Würde der Geschöpfe GOTTES aufgerieben und zerstört vom Joch der inneren Versklavung, das euch zu Opfern der ungeordneten Leidenschaften macht (...)

Ergreife fest die Hand MEINER Mutter und schenke Ihr jeden Tag deinen ganzen Eifer in der Sicherheit, dass MEIN GEIST Kraft gibt, tröstet, weiterhilft und deinen eigenen Geist leitet und führt..

Glaubst du etwa nicht daran, dass MEINE Liebe unbegrenzt ist und dass sie alles erfüllen kann? Lächle und ruhe dich in MEINEM Herzen aus..."


Kapitel 3


Krankheit, Leiden und Erleichterung


Am 21. Juni 2003 in der Nacht bekam meine Mama sehr starke Schmerzen. Wir verbrachten die ganze Nacht zusammen mit der Krankenschwester bei ihr, ohne auch nur ein Auge zuzumachen. Ich fühlte mich beim Anblick ihrer Leiden besonders tief beeindruckt; ich bat sogar den HERRN, ER möge es mir gestatten, diese Schmerzen auf mich zu nehmen, um ihr Leiden zu lindern, aber ich begriff, dass sie es selbst über sich ergehen lassen musste, um sich zu reinigen. Das einzige, was sie zusammen mit ihren Schmerzenslauten immer wieder wiederholte, war die Phrase: "Meine Mutter, Mutter mein!".

Am Sonntag (22. Juni 2003) litt sie sehr stark und jammerte andauernd vor Schmerzen vor sich hin. Als ich in der Kirche war, richtete ich mich an den HERRN und ich sagte im Gebet vor SEINEM Kreuz zu IHM ungefähr folgendes:

"HERR, vom Kreuz aus hattest DU Mitleid mit dem Schmerz DEINER Mutter. Aber ich kann nicht glauben, dass DU sie so leiden gesehen hast, wie ich meine Mutter leiden sehe. Es ist ein andauerndes !Ay, ay ay!. Ich flehe DICH an, o JESUS... sie soll leben nach DEINEM Willen, die Zeit, die DU für sie bestimmt hast, aber lass sie nicht solche Schmerzen erleiden. Hab doch Mitleid aufgrund ihrer Leiden, denn jeder ihrer Schmerzen ist wie ein Schwert, das mein Herz durchbohrt." (So bat ich IHN unter Tränen).

Der Arzt hatte ihr ein Beruhigungsmittel in Tropfen verordnet. Und als ich nach Hause zurückkam, verabreichte ich ihr diese Tropfen, aber ich weiß, dass es nicht das Beruhigungsmittel, sondern der HERR selbst war, DER ihr den Schmerz genommen hat. ER hat mir das gewährt, was ich von IHM im Gebet verlangt hatte. Die Schmerzen hörten ganz plötzlich und fast zur Gänze auf. Bis zu ihrem Tod hat sie nie mehr vor lauter Schmerzen gestöhnt.

Selbst der Arzt war darüber erstaunt, was geschehen war,denn er wusste, dass das Medikament keine so plötzliche, so intensive und so lange anhaltende Wirkung haben konnte.

Die Vorbereitung des Geistes

Ungefähr zehn Tage vor ihrem Tod machte ich meiner Mutter während eines Gesprächs mit ihr den Vorschlag, sie an den Meeresstrand zu bringen, damit sie sich einige Tage erholen könnte. Aber in dieser Zeit begann sie mir auch zu erzählen, sie "sähe" diese und jene Person (viele davon waren schon verstorben).

Da es bei ihr Augenblicke gab, in denen sie wegen ihrer Leberbeschwerden nicht mehr klar denken konnte, haben wir ihren Erzählungen keine Bedeutung beigemessen bis zu dem Zeitpunkt, als sie sagte, meinen Bruder Carlos gesehen zu haben, der ihr gesagt hätte, dass im Himmel das Meer viel größer und schöner sei als auf dieser Erde.

Ab diesem Augenblick kam ich zur festen Überzeugung, dass sie Personen sah, die nicht mehr auf dieser Welt waren, - (Denn sie wurde von uns ja nicht darüber unterrichtet, dass mein Bruder gestorben war) - und ich dachte, dass es gut war, dass diese Seelen zu ihr kämen, um sie vorzubereiten...

Nichtsdestoweniger hat sie uns in den letzten Tagen auch zu verstehen gegeben, dass sie Personen sah, die zu ihr kamen, um sie zu quälen, die sie beschimpften und misshandelten.

Mein Bruder Eduardo sagte zu ihr, dass dies Menschen wären, die verhindern wollten, dass sie ihre Kommunion würdig empfange, und er gab ihr den Rat, sie solle diese Wesen einfach auf die Seite schieben, indem sie sagen solle, sie gehöre zu JESUS. Zudem stellten wir fest, dass sie sehr wenig schlief, dass sie, wie von Alpträumen geplagt,aufschreckt und den Eindruck machte, wie wenn sie mit jemanden kämpfen würde, und sie sagte zu uns, wir sollten ihr diese Personen, die sie belästigten, vom Leibe halten.

Mit dieser Situation konfrontiert, beschlossen wir, dass wir während des ganzen Tages den "Fernseh-Kanal der Schwester Angelika" eingeschaltet lassen würden, damit meine Mutter in jedem Moment ihre Gedanken auf Themen lenken kann, die sich mit unserem HERRN und auf das Gebet beziehen.

Während der Nacht beteten wir, meine Schwägerin, mein Bruder und ich, im Turnus den Rosenkranz mit ihr.

Ich versuchte zu verstehen und mir darüber klar zu werden, warum es diese "Belästigungen" gab. Dabei erinnerte ich mich, dass mir meine Mutter bei einer Gelegenheit erzählt hatte, dass eine Freundin sie zu einem Hellseher mitgenommen hatte... Es kam mir der Verdacht, dass sie dies in der Beichte nie einbekannt hatte. So bat ich meinen geistlichen Leiter, dass er ihr als Priester beistehen und helfen sollte. Ich stelle mir vor, dass sie diese Angelegenheit gebeichtet hat, denn ab diesem Moment verschwand jegliche Belästigung. Sogar ihr Gesichtsausdruck änderte sich, sie strahlte nun eine bemerkenswerte Gelassenheit und Zärtlichkeit aus. Und die Freunde der Familie, die sie besuchen kamen, sagten einhellig, es scheine, sie sei eine andere Person.

Hier muss ich nun kurz unterbrechen, um die Leser dieser Zeilen darum zu bitten, sie sollen ein gute Beichte darüber ablegen, wenn sie jemals in ihrem Leben sich mit Hellsehen, Tarot, Zauberei oder Hexerei beschäftigt haben, da wir keine Ahnung haben und uns dessen nicht bewusst sind, was wir
damit aufs Spiel setzen und welche Folgen das Ganze für unser Leben haben kann.

JESUS, SEINE immer lebendige Gegenwart

Am 23. Juni 2003, während ich meine Gebete verrichtete, sprach zu mir der HERR, der wusste, dass ich mich sehr allein und verlassen fühlte, und sagte folgendes:

"Meine Liebe: hier bin ICH, ICH komme zu Dir auf Dein Flehen hin, ich betone ausdrücklich, dass ICH Dich in keinem Moment allein gelassen habe... Scheinbar bist Du allein, aber in Wirklichkeit bin ICH immer bei dir. Denke an meine Todesangst im Ölgarten, ICH fühlte MICH ganz verlassen und allein.

Hast du Angst? Auch ICH hatte Angst.Willst du mit jemanden reden? Sprich mit MIR. Brauchst du eine Hand, die dich streichelt. Hier sind MEINE Hände. Brauchst du eine Schulter, an der du dich ausweinen kannst? Weine dich an MEINER Schulter aus und ICH werde deine Tränen mit MEINEN Liebkosungen abtrocknen..

Deine Tränen werden sich vermischen mit den MEINEN. Deine Schmerzen und Dein Leid sind MIR nicht gleichgültig und ICH nehme daran innigen Anteil.

Willst du, dass dir jemand beim Beten Gesellschaft leistet?

Hier stehen Dir die Heiligen und MEINE Engel zur Verfügung... Opfere MIR die Geduld in diesem Leben fern der Heimat auf, damit Du dann jedes Mal, wenn ICH Dich aufsuche, frei von allem Kummer bist und den großen inneren Frieden richtig auskosten kannst.

Lege alles von dir einzig und allein in MEINEN Göttlichen Willen hinein. Lass dich von MEINEM HEILIGEN GEIST leiten und danke für SEINE großzügigen Gabengeschenke..."

(Danach fragte ich den HERRN - wie es mir schon zur Gewohnheit geworden war -, ob ER in mir und ich in IHM wäre.

Darauf antwortete ER mir:)

"Ja, du bist in MIR und ICH bin in dir, aber sei dir dessen in jedem Augenblick bewusst. Bete jetzt den Psalm 121..."

Zuerst der Wille GOTTES

Am 25. Juni 2003 war ich schon durch diese innerlichen Schmerzen und das Leid ganz erschöpft, und hatte einen Schrecken davor, noch mehr zu erleiden. Und dabei geschah es, dass ich die Stimme der Jungfrau Maria zu hören begann:

"Ihr dürft keine Angst vor dem Leid haben, weil die Angst es verhindert den Willen GOTTES zu erfüllen. Vor allem und an erster Stelle sollt ihr den Willen GOTTES annehmen, sowohl wenn euch glückliche Momente geschenkt werden, als auch wenn ihr unangenehme und schwere Schicksalsschläge ertragen müsst.

Ihr sollt besonders um den Geist des immerwährenden Gebetes bitten, um euer Dasein mit Kraft und Mut zu erleben, ganz aus der Liebe zum HERRN, vor allem dann, wenn dieses Dasein für euch bitter und voller Schmerz und Leid scheint. Unglücklicherweise gibt es viele unter MEINEN Kindern, die andauernd auf der Suche nach der einen oder anderen Sache sind, und wenn sie dann fündig geworden sind, kommen sie auf ein Mal drauf, dass das Gefundene ihnen nicht die Glückseligkeit bringt, die sie sich davon erwartet hatten...

Welche Traurigkeit überkommt Mein Mutterherz, wenn sie sich über die Menschen in ihrer Umgebung und den Ort, wo sie zu leben haben, ärgern und beschweren. Diese Töchter und Söhne werden immer dasselbe empfinden und sich darüber ärgern, ganz gleich unter welchen Umständen und mit welchen Menschen sie zusammenleben; denn eine wesentliche Änderung muss immer vom Innern von ihnen selbst ausgehen. Und so lange diese Umkehr im Innern nicht Realität wird, bleiben sie in der Endlos-Schleife ihres Suchens verhaftet.

Denkt immer daran, dass einzig und allein die Beherrschung der Leidenschaften und Fehler, die Abkehr vom eigenen "Ich", euch auf den Weg zur Heiligkeit führen wird. Schließt keinen Pakt mit euren Fehlern und Schwächen, sondern kämpft gegen sie, indem ihr mit aller Kraft die dem Fehler entgegengesetzte Tugend ganz besonders praktiziert.

Kümmert euch mehr um die andern und vergesst ganz auf euch selbst. Verabscheut die Sünden deshalb, weil sie im Grunde genommen, folgendes sind: eine Beleidigung gegen GOTT und ein Scheitern von sich selbst.

Meine Liebe, suche Zuflucht für all deine Leiden und deinen Kummer im Schoß deiner Himmlischen Mutter; Ich verlasse dich nie und bitte für deine Seelenstärke. Denk an den Heiligen Johannes, den Täufer, und so wie er, preise den Mutterleib, auf welchen der Höchste seine Augen voller Liebe gerichtet hat.

Friede, Friede, Friede... Bitte den HERRN, dass ER dir in jedem Moment das Geschenk des Friedens gewähren möge."

Und so war es dann, mit dem Gefühl größter Liebe näherte ich mich meiner Mama und sagte zu ihr, während ich meine Hand auf ihren Bauch legte:

"Mami, gesegnet sei dein Schoß, weil auf ihn hat GOTT seinen Blick voller Liebe gerichtet, um uns das Licht der Welt erblicken zu lassen und uns das Leben zu schenken".

Sie küsste mich und antwortete:

"Gesegnet seist du, meine Liebe, hervorgegangen aus meiner Liebe, weil du warst Mutter für deinen Vater -(Catalina pflegte auch Ihren Vater vor dem Sterben liebevoll- Anmerkung des Übersetzers) - und jetzt bist du Mutter für deine Mutter.."

Ich glaube, das schönste Erbe, das ich von meinen Eltern bekommen habe, und zwar von beiden, war es, von ihnen diese Worte zu hören, bevor sie gestorben sind.

In dieser Nacht, nachdem ich meine Gebete beendet hatte, sagte ich zum Abschied zu JESUS:

"Ich mache dir einen Vorschlag, HERR. Ich tausche für eine kurze Weile DEIN Herz für das meine ein... Zweifelsohne wirst DU dabei draufzahlen. Aber weißt DU, warum ich DICH darum bitte? Wenn DU mir nämlich DEIN Herz gibst, wirst DU mich dadurch heiligen, und wenn DU mein hässliches, kleines und unwürdiges Herz in DIR aufnimmst, wird auch mein HERZ durch DICH geheiligt werden..."


Kapitel 4

Das Fest des Allerheiligsten Herzens JESU:

Die Stunde des Abschieds

In den ersten Minuten des 27. Juni 2003, dem Fest des Allerheiligsten Herzens JESU, um zirka 00:10 Uhr ging ich zum Gebet und es kam zum folgendem Zwiegespräch mit dem HERRN. JESUS sagte zu mir:

- "Liebe MICH!"

- "Durch welche Personen soll ich DIR heute meine Liebe bezeugen, HERR?"

- "Durch diejenigen, die dir Leid und Schmerzen zufügen."

- "Ja, dann muss ich aber sehr viele lieben."

- "Es sind nicht so viele wie jene, die MICH beleidigen und ICH liebe sie trotzdem innig."

Ich spürte eine innige Zärtlichkeit und dachte an alle Personen, die mich jemals verletzt und beleidigt hatten. Und ich spürte einfach nur Zuneigung und Liebe für sie, und ich hatte aus ganzen Herzen den Wunsch, es ihnen allen zu sagen und zum Ausdruck zu bringen. Ich bin mir ganz sicher, dass diese tiefe und unbegrenzte Liebe die LIEBE ist, welche JESUS für uns alle empfindet und ausgießt.

Ich sagte zum HERRN:

- "Heute wollte ich die erste Person sein, die DEIN Heiligstes Herz küsst."

Und ER antwortete mir:

- "Es war genau um Mitternacht, als MEIN Herz das deine küsste. Erinnere dich diesen ganzen Tag lang, dass ICH dich stütze und dein Halt bin."

In der Früh, während meines Morgengebets, sagte ich zum HERRN, wenn ich mir einen Tag, an dem ER meine Mama zu sich holen wird, aussuchen müsste, wäre es der Festtag SEINES Allerheiligsten Herzens, oder eben genau dieser Tag heute. Und anschließend drückte ich mich etwa folgendermaßen aus:

"wenn DU an meiner Stelle wärst,hättest DU ja sicherlich auch diesen Tag ausgewählt, an dem DEINE Mama in den Himmel kommen soll. Heute übergebe und überlasse ich sie DIR mit all meiner Liebe".

Um zirka 14:45 Uhr verschlechterte sich der Zustand meiner Mutter. Es platzte ihr eine Vene in der Speiseröhre und ihr Todeskampf begann. Im Unterschied zu den vorhergegangenen Tagen erwachte meine Mutter an diesem Morgen geistig vollkommen klar, um eben all das noch zu sagen, was sie sagen musste. Wir rannten also zu ihr, um ihr zu helfen, und sie war es aber, die uns beruhigte. Sie bat uns, wir sollten den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit beten. Sie wiederholte die Gebete unter Krämpfen, bei denen sie viel Blut verlor, aber sie war vollkommen bei Bewusstsein...

Und auf diese Art und Weise begann sich der Schmerz mit der Freude, die Angst mit dem Vertrauen, die Ohnmacht mit der Hoffnung und der Liebe zu vermischen... in einer Atmosphäre der innigen Gebete und Gesänge. Mein geistlicher Leiter musste das Heilige Messopfer in einer Pfarrei feiern, sodass ich ihn bat, bevor er dorthin ging, er solle meiner Mutter doch noch einmal das Sakrament der Krankensalbung spenden. Sie hatte jeden Tag die Kommunion empfangen, denn auf diese Weise bereitete sie sich auf diesen bedeutenden Augenblick vor. Sie bat den Priester um seinen Segen und sagte zu ihm:

- "Pater, denken sie immer an mich und vor allem vergessen sie mich nicht in ihren Gebeten..."

Die Erfahrung, die wir bei mir zuhause in diesen Stunden machen durften, wird für alle, die in diesem wichtigen Augenblick des Sterbens mit meiner Mama zusammen waren, unvergesslich bleiben. Wir konnten die Liebe GOTTES spüren, die in einer so geschwächten un zerbrechlichen Frau ganz lebendig und gegenwärtig wurde.

Während ihrer Krankheit behandelte meine Mutter ein Arzt, für den ich nur Dankbarkeit und Bewunderung habe, da er nicht nur einer der besten Fachärzte ist, den wir kannten,sondern er lebt auch seinen katholischen Glauben in der Praxis und zeigt seine religiöse Einstellung auch und gerade in der Ausübung seines Berufes. Dieser Arzt war gerade zu einem Kongress gereist, sodass wir seinen Vertreter rufen mussten, der aber in keinster Weise aus dem gleichen Holz geschnitzt war. Ich musste deshalb auch jedes Mal zum HERRN Zuflucht nehmen, um IHN um Rat zu fragen, damit ER uns führe und leite.

Es ist nun auch der Moment, um allen den guten Rat zu erteilen, die so schwierige Umstände mitmachen, dass sie sich einen praktizierenden katholischen Arzt aussuchen, der mit Fingerspitzengefühl die leidvolle Zeit der Familie miterlebt, die ein im Sterben liegendes Familienmitglied in dessen letzten Tagen betreut.

Die Ärzte müssen verstehen lernen, dass die Patienten menschliche Wesen sind, die nicht nur Rezepte und deren Verschreibung benötigen, sondern vor allem auch der menschlichen Nähe, der Sicherheit, der Wertschätzung und des Vertrauens, bedürfen; daraus folgt, dass man eben für einen solchen Beruf
eine große Liebe braucht, um ihn entsprechend ausüben zu können und um der eigenen Berufung gerecht zu werden.

Als ich begriff, dass das Ende unwiderruflich im Kommen war, dachte ich daran, dass wir sie so verabschieden sollten wie es Menschen zukommt, die in der Gnade GOTTES leben und sterben. Wir begannen von neuem zu beten und spielten Lob- und Preislieder als leise Hintergrundmusik.

So konnte sie einige Psalmen, religiöse Gesänge und den Rosenkranz selbst hören. Trotz ihrer Schmerzen und ihres Leidens schien es, dass sie mit dem, was sie zu hören bekam, sehr zufrieden war.

Ich sah die Trauer und den Schmerz meines Bruders Eduardo,se und ich habe darunter umso mehr gelitten, da ich wusste, dass er ein sehr empfindsamer und sensibler Mensch ist. In diesem Moment bat ich meine Mutter um ihren Segen, und so segnete sie jeden einzelnen von uns.

Dann, so um 18:30 Uhr sagte sie auf einmal, dass sie jetzt mit "ihnen" weggehen müsse und machte eine Geste, wie wenn sie sich erheben wollte. Ich antwortete ihr, sie solle noch ein wenig zuwarten und sich beruhigen. Sie schaute mich mit weit geöffneten Pupillen an und sagte zu mir:

"Ja,ja!..."

Zuerst habe ich sie dabei nicht verstanden, aber nach ihrer zweiten oder dritten Wiederholung begriff ich, dass sie das Stoßgebet des Barmherzigkeits- Rosenkranzes beten wollte, und ich sprach laut:

"Heiliger GOTT, meine Mutter,Muuutttter mein."

Daraufhin haben wir sie aufgefordert mit uns zu wiederholen:

"Heiliger GOTT, Heiliger Starker GOTT,Heiliger Unsterblicher GOTT, hab Erbarmen mit uns..",

"JESUS, Maria und Josef rettet Seelen, rettet meine Seele" und "HERR, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist",

und so wiederholte sie diese Stoßgebete einige Male. Es sah aus, wie wenn ihre Seele aus ihrem Körper herauskommen wollte, aber sie wollte sich mit Leib und Seele auf den Weg machen, mit einer Begeisterung, die uns alle einfach verwunderte. Sie begann von neuem aus der Nase und aus dem Mund zu bluten. So legten wir sie wieder in das Bett zurück.

Auf einmal rief sie das junge Mädchen, die im Haushalt mithilft und die meine Mutter fast vier Jahre lang betreut hat,und sagte zu ihr:

"Doris, ich empfehle dir besonders meine Tochter und meine Kinder an". Danach sagte sie zu mir:

"Jetzt wirst du für deine Geschwister Mutter sein, so wie du auch für mich die Stelle meiner Mutter eingenommen hast"...

Und schließlich nahm sie Abschied, indem sie an jeden einzelnen einige Worte richtete.

Ich muss weggehen, lasst mich gehen!

Sie öffnete die Augen sehr weit, wie wenn sie etwas suchen wollte und wiederholte öfters:

"VATER, mein Geist..." und dann wieder: "Ja, ja!".

Wir begriffen, dass sie sagen wollte:

"VATER, in DEINE Hände empfehle ich meinen Geist", und wir halfen ihr und so wiederholte sie es vier Mal.... Danach sagte sie:

"Haltet mich nicht zurück, es ist für mich Zeit zu gehen, lasst mich also gehen!"

Sie hatte ihre ganz kalten Hände in die meinen gelegt, und ich sagte zu ihr, sie solle sich nur ohne Angst und Furcht in die Arme JESU begeben, und dass heute ein wunderbarer Tag, der Festtag des Allerheiligsten Herzens JESU, wäre,und wir alle mit Freude von ihr Abschied nehmen würden...

Und ich begann für sie zu singen "más allá del sol, yo tengo un hogar...." ( = "hoch über der Sonne, habe ich ein Zuhause..")

Sie schloss sich meinem Gesang an; danach begann ich ein Wiegenlied für sie zu singen und auch dabei begleitete sie mich. Währenddessen verharrten alle übrigen um sie herum im Gebet, indem sie den Rosenkranz beteten.

Nach einigen Augenblicken sagte sie:

"Ich kann noch nicht gehen! Ich muss vorher noch die Muttergottes sehen.."

Wir reichten ihr das "Maria-Hilf-Bild", und ich sagte zu ihr, dass hier die Muttergottes abgebildet wäre. Aber sie blickte in eine ganz andere Richtung und wiederholte immer wieder:

"Ja, Sie ist schon hier! Wie heißen Sie? ..."

Meine Schwägerin Anita fragte sie: "Ist es die Jungfrau, Maria-Hilf?"

Sie sagte, dass sie es nicht sei. Darauf fragte Anita sie, ob es "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" sei. Und sie sagte:

"Ja, diese ist es, so ist Ihr Name... Macht Platz für die "Mamita", geht doch aus dem Weg... Heiliger GOTT...! O meine Mutter...! Mein VATER, in DEINE Hände...!" - und indem sie ihre Hände nach oben erhob, wie wenn sie die Hände von jemand ergreifen wollte, den wir nicht sahen, fiel sie in die Bewusstlosigkeit.

Sie blieb weniger als eine Minute in diesem Zustand, hauchte ihren Lebensgeist aus und starb...

So viele Leiden, vor allem in den letzten Monaten, hatten ihre Kräfte aufgezehrt. Ich glaube, dass wir kein heiligeres und bewussteres Sterben erwarten konnten.

Ihre Totenwache war so bescheiden wie sie selbst auch immer lebte. Wir wollten nicht, dass sie in einen Sarg gelegt wird, wir legten sie auf ihr Kranken-Bett, das wir vom Spital gemietet hatten. Das alles brachte meine Gedanken neuerlich darauf, wie unnütz die Anhänglichkeit an all diese materiellen Sachen eigentlich ist; denn in der Stunde des Todes, wenn einer von dieser Welt Abschied nimmt, hat er in Wahrheit nichts mehr.

Wir haben ihr das weiße Kleid angezogen, das sie schon vor Tagen andauernd verlangt hat und wollte, dass es hergerichtet werde. Und dann kamen die Leute des Bestattungsunternehmens an, um ihren Leichnam vorzubereiten. Ich habe nur ein Kreuz mit zwei innen liegenden Lichtern verlangt und ansonsten weder Schleifen noch andere Verzierungen, die oft so auffällig sind, dass sie mit der Trauer und den Gefühlen der hinterbliebenen Familienangehörigen nicht in Einklang zu bringen sind.

Rund um ihren leblosen Körper standen nur der Teil meiner Familie, der in dieser Stadt lebt, und eine engere und mit der Familie vertraute Gruppe unseres Apostolats, eine sehr geschätzte Freundin, die aus Mexiko City gekommen war, um meinen Bruder ins Krematorium zu begleiten, Analupe, und ich.

Inmitten dieses großen Schmerzes dankten wir dem HERRN für die Menschen, die meine Mutter sehr, sehr gern hatte, wie etwa David Lago, der sich um alles kümmerte wie wenn er ein Sohn mehr von ihr gewesen wäre; oder der Dr. William Rosado, der alle familiären Verpflichtungen auf der Seite liegen ließ, und die gesamten Aspekte der medizinischen Betreuung regelte. Miguel, Cecilia, Pepe... Und der Rest der Gruppe, jeder einzelne mit seiner Anteilnahme an Gefühlen und Solidarität.

Der Priester, der uns leitet, feierte die Toten-Messe im Schlafzimmer, neben dem Bett, auf dem meine Mutter zu schlafen schien.

Aber unser wunderbare HERR, der allmächtige GOTT, wollte uns noch etwas Besonderes für sie geben, wie einen von Himmel her geschickten, speziellen Kondolenzgruß: die Dominikaner-Schwestern, sehr geschätzte Freundinnen von uns, erschienen in unserem Haus, um bei der Heiligen Messe zu singen. Wahrlich schien es, wie wenn wir an einem Ort weit von jedem Schmerz und von der Erde entfernt wären; und in einem dieser Augenblicke schien es uns sogar, wie wenn wir die Engelchöre selbst hören würden.

Die ganze Nacht hielten wir die Totenwache, vor ihrem unbedeckten Gesichtchen. Es kam auch für einige Stunden ein mit uns befreundeter Priester vorbei, den meine Mama in spezieller Weise sehr schätzte, um uns für einige Stunden Gesellschaft zu leisten, und der in großzügiger Weise uns anbot, in seiner Kirche die Seelenmesse zu feiern und dort auch ihre Asche zu bestatten.

Wie viel Zuneigung und Liebe von allen Leuten rund um uns herum! Ganz speziell denke ich an eine junge Frau, die ich so gern habe, wie wenn sie meine eigene Tochter wäre, und welche die kommenden 24 Stunden an meiner Seite ausgeharrt hat: Martha, möge GOTT, unser HERR, dir Dein Ausharren bei mir in reichem Maße vergelten.

JA, es hat Tränen gegeben, aber es war kein verzweifeltes Weinen. Die ganze Nacht verbrachten wir im Gebet. Und am nächsten Tag wurde ihr Leichnam um ein Uhr nachmittags ins Krematorium gebracht. Ich hatte noch telefonisch einen Erzbischof angerufen, damit er mir eine Orientierung über diese Art der Bestattung gebe, denn in meiner Heimat ist es nicht üblich generell die toten Körper im Krematorium zu verbrennen. Und seine Antwort hat mich in dieser Hinsicht vollkommen beruhigt.

Als die Mama das Haus verließ, ging ich zu meinem Oratorium (in meine Hauskapelle), um zusammen mit meinem geistlichen Leiter den Rosenkranz zu beten. (Gesegnet sei dieser Mann, den uns der HERR geschickt hat, um uns zu stärken und um meine "Mamita" zu retten).

Ich wusste, dass nur das Gebet mir den inneren Frieden bringen konnte, den ich so sehr ersehnte. Die Mitglieder des Apostolats begleiteten ihren Leichnam und sangen dabei zur Muttergottes folgendes Lied: "Ven con nosotros a caminar,
Santa María, ven.." (= "Komm mit uns des Weges, Heilige MARIA, komm..")

Etwas später, wurde das Messopfer in einer Atmosphäre tiefer geistlicher Freude und eines großen Friedens in der Kirche des Heiligtums zur "Göttlichen Barmherzigkeit" gefeiert. Dort, in der Krypta, ruhen die Reste jener Frau, die so viel und so stark auf die Barmherzigkeit GOTTES vertraut hat.


Kapitel 5

Ihre Hinterlassenschaft: Liebe, Demut und Mut

Von ihr bleibt uns nur die Liebe, die sie uns zuteil werden ließ, ihre tiefe Nächstenliebe, die bewundernswerte Demut, die alle, die sie gekannt haben, an ihr bewundert haben, ihren vorbildhaften Mut und ihr unbändiges Verlangen nach Sühne für ihre auf sich geladene Schuld und ihre Sünden, um ganz gereinigt in die Arme des HERRN zu gelangen...
Von ihr bleibt uns nur die Liebe, die sie uns zuteil werden ließ, ihre tiefe Nächstenliebe, die bewundernswerte Demut, die alle, die sie gekannt haben, an ihr bewundert haben, ihren vorbildhaften Mut und ihr unbändiges Verlangen nach Sühne für ihre auf sich geladene Schuld und ihre Sünden, um ganz gereinigt in die Arme des HERRN zu gelangen...

Lächelnd dachte ich daran: Was für eine Überraschung wird es für sie gewesen sein, wenn sie sehen wird, dass sie von zwei Kindern verabschiedet wurde und dass der jüngste sie schon in der Ewigkeit dort in Empfang genommen und erwartet hat!...

Ich kann dem HERRN gar nicht genug danken, dass ER in jedem Augenblick und in jeder Einzelheit selbst anwesend war; und auch SEINER und unserer Mutter,
diesem wunderbaren Herzen unserer Himmels-Mama, die seit Beginn des Hinscheidens meiner Mutter mein ganzes Haus mit einem starken Blumenduft erfüllte.

Der Geist schwebt GOTT entgegen

Um zirka 9:00 Uhr abends betete ich vor dem Bild des Herzens JESU. Und auf einmal füllte sich das ganze Bild mit einem gleißenden Licht. Das abgebildete HERZ begann größer und größer zu werden, bis es ganz gewaltig vor mir war, so dass ich vor mir nur noch ein golden glänzendes Licht sah und sonst nichts mehr, denn alles andere war komplett verschwunden.

Und inmitten dieses Lichts sah ich eine Frau, die mit dem Rücken zu mir da stand. Sie war bekleidet mit einem weißen Gewand, welches aussah, wie wenn es aus Gaze angefertigt worden wäre. Ich hatte den Eindruck, wie wenn ich sie fliegen sehen würde, aber ganz aufrecht, wie wenn sie laufen würde, aber ohne dass sie dabei ihre Füße bewegt.

Das lange Haar reichte weit über die Mitte des Rückens hinab, kastanienbraun, ziemlich gelockt, durchsetzt mit weißen Blumen, die aussahen wie Stiefmütterchen, es waren wunderschöne Naturblumen.

Auf den beiden Seiten begleiteten sie in zwei Reihen Personen, die alle mit pastellfarbenen Tuniken bekleidet waren: hellblau, rosa, hellgrün... nur am Rande und so nebenbei habe ich sie wahrgenommen.

Ganz plötzlich kam mir der Gedanke, dass diese Frau meine Mama sein könnte, aber die weibliche Gestalt war ja jung, und ich erinnerte mich auch daran, dass ich meine Mutter nie mit so langen Haaren gesehen hatte... Nur für den Bruchteil einer Sekunde drehte sich die Frauengestalt um, um mich anzusehen. Und trotz der kurzen Zeit konnte ich sie erkennen! Mit einem wunderschönen Lächeln auf dem Gesicht, aber jung, sehr jung im Aussehen; und in all dieser Zeit setzte sie ihren Flug zu diesem riesigen und beeindruckenden Licht fort, das sicherlich von dort ausging, wo sich der Thron GOTTES befindet.

Diese Vision linderte meinen Schmerz und mich überkam ein großer Friede; es umgab mich jene eindrucksvolle Stille, die ich auch manchmal verspürte, wenn ein Priester, der mir seine Segenshände auflegte, dazu verhalf, jenen speziellen Zustand kennen lernen zu dürfen, den man allgemein als "Ausruhen im Geiste"bezeichnet. (= "descanso en el espíritu").

Ich muss dazu noch vermerken, dass während der Feier der Heiligen Totenmesse in Gegenwart des Leichnams meiner Mama, gerade als der Priester den folgenden Text des Zwischengesanges betete und sagte:"Die Engel sollen dich in das Paradies geleiten, und bei Deiner Ankunft sollen dich die Märtyrer begrüßen und dich hineinführen in die Heilige Stadt...", da sprach JESUS zu mir:

- "Dies war es auch, was Du gesehen hast..." - sagte ER zu mir.

Ich weinte vor Freude, voller Dank meinem HERRN und GOTT gegenüber für jede einzelne SEINER Zärtlichkeiten in diesen Augenblicken voll tiefen Schmerzes.
Danke, HERR, dafür, dass DU auf jede kleine Einzelheit achtest, um mir DEINE unendliche Liebe zu zeigen!

Schmerz und Barmherzigkeit

Am Sonntag, den 29. Juni 2003 sagte der HERR zu mir:

- "Das Gold wird im glühenden Schmelztiegel geläutert. Alles, was ihr gerade erlebt und mitmacht, ist notwendig für euer Wachstum... ICH liebe Dich so sehr, glaube es MIR, und liebe MICH Du auch immer noch mehr. Und obwohl Du glaubst, dass Du nicht noch mehr lieben kannst, fahre fort, dich darin zu vervollkommnen, die Liebe ist nämlich wie ein Gefäß aus Gummi, das sich dehnt, mit dem einzigen Unterschied, dass dieses Gefäß auch bei größter Ausdehnung nie zum Zerplatzen kommt, sondern je mehr es sich ausdehnt desto feiner wird es bis es sich schließlich in ein ganz wertvolles Material verwandelt."

Etwas später fuhr ER fort:

- "Mein Wunsch ist es, dass jede Seele heilig sei, um im Augenblick ihres Todes zu MIR zu kommen und für immer in dem Reich zu verweilen, das der VATER schon seit ewig und von Anfang an dafür vorgesehen und vorbereitet hat. Nichtsdestoweniger habe ich das Bestreben diese Seele schon auf Erden zu reinigen, damit sie nach Möglichkeit nichts mehr abzubüßen hat, was sie im Erdenleben nicht reinwaschen konnte. Deshalb mache ICH MEINE Arbeit als Töpfer, wenn eine Person dazu bereit ist, MICH kennen lernen, MICH lieben, MICH aufnehmen und sich selbst schon auf Erden ganz rein machen will, und ICH modelliere dann diesen Lehm, indem ICH manchmal etwas mehr Wasser beigebe, um das Material formbarer und gefügiger zu machen; und andere Male knete, drücke und schlage ich die Masse, um sie weich zu machen, und wenn sie dann fertig ist, brenne ich sie im glühenden Brennofen der Tugenden, damit dieses Werkstück weich und angenehm anzugreifen ist, hervorragend und würdig, um es einem König zu zeigen und anzubieten."